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Düsseldorf
Wespen nerven die Düsseldorfer

Düsseldorf: Wespen nerven die Düsseldorfer
Aus der Nähe betrachtet sieht eine Wespe besonders bedrohlich aus. FOTO: pa/Okapia
Düsseldorf. Im Hochsommer naschen die Stachelinsekten gern an Kuchen oder Würstchen. Angst und Hektik sind aber nicht nötig. Von Holger Lodahl

Der Hochsommer ist die Zeit, in der Wespen am aktivsten sind. Viele Düsseldorfer sind genervt und ängstlich, wenn die schwarz-gelben Insekten in Getränken schwimmen oder über der Bratwurst kreisen. Tobias Krause hatte schon mit einem ganzen Volk zu tun. Der Mitarbeiter des Gartenamtes hörte kürzlich ein Brummen über einem seiner Fenster. Ihm war schnell klar, dass Wespen einen Zugang in den Rollladenkasten gefunden und es sich mit einem Nest gemütlich gemacht hatten. Krause blieb gelassen. Er verzichtete auf einen Kammerjäger und ließ die Wespen in Ruhe.

Die meisten Besuche von Wespen in Haus und Garten gehen völlig gefahrlos vonstatten, sagt Krause. "Ich habe eh nicht den Eindruck, dass es zurzeit wesentlich mehr Wespen gibt als sonst." Dennoch nervten die Insekten, wenn sie zum Kuchen-essen auf der Terrasse vorbeikommen. Sein Tipp: Mit einer Zeitung die Tiere vorsichtig beiseite geleiten oder sie in einem umgestülpten Glas einsperren, sei in Ordnung - aber man solle niemals zuschlagen. Obgleich er selbst so ruhig blieb, rät der Experte des Gartenamtes zur Vorsicht.

Tim Flasbeck rät ebenfalls, bei Wespen die Ruhe zu bewahren. "Fuchteln und Rennen ist kontraproduktiv", sagt der Arzt im Evangelischen Krankenhaus (EVK). Aber: "Hat die Wespe doch zugestochen, muss dieser Stich ernst genommen werden." Stiche auf Arm, Bein oder Bauch werden gekühlt. Keine Zeit verlieren aber sollte jemand, der in Mundbereich oder Rachen gestochen wurde. Das kann vorkommen, wenn das Insekt in der Limo mitgetrunken wird. "In diesem Fall muss sofort der Notarzt angerufen oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden - je nachdem, was schneller geht", sagt Flasbeck. Eine Schwellung in Hals und Rachen kann rasch zur Erstickung führen. Gekühlt werden könne schnell mit einem Eiswürfel.

Gefährlich werden kann es auch, wenn ein Mensch nicht weiß, dass er allergisch auf Wespenstiche reagiert, sagt Michael Schäfer, Arzt beim Gesundheitsamt. Vier bis fünf Prozent der Menschen würden allergisch reagieren. Wer nach einem Stich Pusteln am ganzen Körper und besonders große Schwellungen bekommt, brauche schnelle Hilfe. "Die Stelle kühlen und die Beine hochlegen, um den Kreislauf zu stützen", sagt Schäfer. "Und nicht zögern, den Notarzt anzurufen."

Wer wie Tobias Krause ein Nest im Rollladen oder auf Dachboden entdeckt, ist keine Ausnahme. Auf der Hälfte aller Grundstücke gebe es ein Wespennest oder sogar zwei.

"Aber Wespen sterben im Herbst bei Frost", sagt er. Wohnungs- und Hausbesitzer können dann die Zugänge verschließen, so dass im folgenden Jahr andere Wespen nicht wieder einziehen können. Sollten andere Biester aber am Erdbeerkuchen naschen wollen, weiß Tobias Krause, was zu tun ist. "Ich esse den Kuchen eben schneller auf als die Wespen."

Quelle: RP
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