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Düsseldorf-Süd
Wetter-Roulette im Amateurfußball

Düsseldorf-Süd. Zweimal gab es in diesem Jahr schon Ausfälle - sogar auf wetterfesten Kunstrasen. Von Helmut Senf

Fußball und Winter - nicht immer passen die schönste Nebensache der Welt und die kälteste Jahreszeit wirklich zusammen. Bei Schneefall geht in den Stadien und auf den Fußballplätzen meist gar nichts mehr. Bei allzu winterlichen Bedingungen gerät Fußballspielen schnell zur Groteske. So jüngst bei der Elfmeterpunktsuche im zugeschneiten Strafraum beim Bundesligaspiel in Köln. Oder es stellt gar eine Gefahr dar - sowohl für das Spielpersonal, als auch für die zuschauenden Fans, wenn etwa die Wege zum Platz und die unüberdachten Tribünen nicht geräumt werden können. Spielabsagen sind dann eine notwendige Konsequenz.

Sollte keine Komplettabsage seitens des Verbandes erfolgen, wie am vergangenen Spieltag geschehen, muss der Unparteiische an Ort und Stelle entscheiden, ob eine Partie angepfiffen werden kann oder nicht. "Ausfälle schon im Dezember sind im Düsseldorfer Raum selten", bestätigt Staffelleiter Reinhold Dohmen. Zweimal jedoch erwischte es die Amateurclubs in diesem Jahr. Selbst der Kunstrasen als ziemlich wetterfester Untergrund, mit dem in Düsseldorf inzwischen jede Fußballanlage ausgestattet ist, bietet keine Garantie für ungestörten Dauerspielbetrieb, wenn Schnee oder Schneematsch darauf zu einer Eisfläche gefrieren.

Wolkenbruch oder Dauerregen kann dem Kunstrasen - im Gegensatz zu noch vereinzelnd vorhandenen Ascheplätzen oder dem in oberen Spielklassen noch immer gängigen Naturgrün - nichts anhaben. Sumpflandschaften (wie bei der legendären Wasserschlacht 1974 im WM-Spiel zwischen Deutschland und Polen) gehören zum Glück der Vergangenheit an.

Bei den Südclubs werden vorhandene Naturrasenplätze - wie beim Garather SV an der Koblenzer Straße oder beim SFD im Sportpark Niederheid - selbst zur Sommerzeit fürs Fußballspielen kaum noch genutzt. Allein der Landesligist VfL Benrath und der A-Kreisligist TSV Urdenbach tragen Spiele, sofern es das Wetter erlaubt, gelegentlich oder durchgängig auf Rasen aus. In Urdenbach erzeugen Biertheke und Würstchenstand in angrenzender Nähe zum Spielgeschehen auf dem inzwischen recht holprigen Rasen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Zur Winterzeit allerdings müssen beide Vereine ohnehin aufgrund einer fehlenden Flutlichtanlage für Training und Spiel auf den Kunstrasen ausweichen.

Mit einer besonderen Problemlage hinsichtlich des Spielfeldes muss sich der Bezirksligist SG Benrath-Hassels herumschlagen. Der aufgrund hoher Beanspruchung stark abgenutzte Kunstrasen, auf dem der Liganeuling in dieser Saison nur mit Ausnahmegenehmigung auflaufen darf, ist bereits ohne jegliche Wetterbeeinträchtigung nicht optimal bespielbar. Die Filzdecke hat merklich gelitten und ist "platt". Selbst durch Pflege können die künstlichen Halme nicht mehr hochgebürstet werden. Die Folge für die Akteure ist mangelnde Standfestigkeit.

Ob am bevorstehenden Wochenende alle Begegnungen stattfinden werden, bleibt abzuwarten. Angesichts aktueller Wetter-Vorhersagen könnte es auch am letzten Spieltag vor Winterpausenbeginn zu Ausfällen kommen.

Quelle: RP
 
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