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Barrieren gegen Lkw-Anschläge
Wie die "Legosteine" ausgetauscht werden sollen

Barrieren gegen Lkw-Anschläge: Wie die "Legosteine" ausgetauscht werden sollen
Auch Künstler könnten dabei mitwirken, städtebaulich attraktivere Barrieren gegen Lkw-Anschläge zu schaffen. Die Firma 3D RenderMachine um Geschäftsführer Daniel Macsack hat sich schon Gedanken gemacht. Die Barrieren ihres Entwurfs sollen an Menschen mit gespreizten Armen erinnern. FOTO: 3d Rendermachine
Düsseldorf. Bis zum Herbst wird über den dauerhaften Schutz vor Lkw-Anschlägen entschieden. Die Kunstkommission will dabei helfen - warnt aber vor vorschnellen Ideen. Von Arne Lieb

Alles deutet darauf hin, dass Barrieren gegen Lkw-Anschläge zur Dauerlösung werden. Das stellt auch die Verantwortlichen in Düsseldorf vor viele Fragen. Ordnungsdezernent Christian Zaum berichtet dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss morgen über die weiteren Pläne - die Amokfahrt von Münster hat diesen Überlegungen traurige Aktualität verliehen.

Wie schützt sich Düsseldorf aktuell gegen Lkw-Anschläge?

Seit dem Winter sind die Zufahrten zu zentralen Orten wie dem Burgplatz durch Betonklötze blockiert. Die bei der Stadt als "Legosteine" firmierenden Barrieren sollen verhindern, dass ein Lkw in hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmasse gesteuert werden kann. Aufgestellt wurden die meisten zum Weihnachtsmarkt und zu Karneval, allerdings wissen die Verantwortlichen, dass zum Beispiel in der Altstadt auch ohne besonderen Anlass ein hohes Aufkommen herrscht.

Daher bleiben die Barrieren. Dort, wo Durchgänge frei bleiben müssen, sind die Steine versetzt aufgestellt ("Schikanen"). Ein Vorteil der "Legosteine" ist, dass sie umgestellt werden können. So lassen sich Absperrungen testen. Die Stadt will die Steine bald anstreichen, damit sie besser aussehen. Je nachdem, wie hoch die Polizei die Gefahr einschätzt, kann die Stadt schnell mit Containern und Lastwagen zusätzliche Barrieren schaffen.

Wie entscheidet Düsseldorf die weiteren Schritte?

Ein Arbeitskreis aus Polizei, diversen Ämtern, aber auch der Industrie- und Handelskammer und dem Hotelverband Dehoga befasst sich mit dem Thema. Derzeit sucht man Kontakt mit anderen Städten, um Ideen auszutauschen. Es fehlen zudem deutschlandweite Normen. Dezernent Zaum kündigt an, dass im Herbst über dauerhafte Lösungen entschieden werden soll.

Wie könnten städtebaulich attraktivere Barrieren aussehen?

Das ist unklar. Zaum hofft auf "smarte Lösungen" etwa mit versenkbaren Barrieren. Zudem ist eine künstlerische Gestaltung im Gespräch, es gibt schon erste Entwürfe: Kunstakademie-Absolvent Daniel Macsack schweben skulpturale Körper vor, die mit "gespreizten Armen" die Stadt schützen. Er zeigt mit seiner Firma 3D RenderMachine, wie das aussehen könnte. Auch die neue Kunstkommission hat sich mit dem Thema befasst.

Sie will bei der Ideenfindung helfen, wartet aber noch auf genauere Vorgaben, sagt der Vorsitzende Jörg-Thomas Alvermann. Er warnt vor Schnellschüssen und befürchtet, dass es etwa zu kurz gedacht ist, einfach eine Skulptur auf einen Betonklotz zu stellen - wie angedacht für das "Köbes-Denkmal". "Dann sorgt schlimmstenfalls die Skulptur für zusätzliche Gefahr", warnt Alvermann. Er regt an, dass in interdisziplinären Gruppen an der schwierigen Frage gearbeitet wird.

Wer zahlt die Barrieren?

Das ist noch unklar. Zaum nennt in seinem Papier keine Kosten. Die Städte hoffen auf einen Fördertopf mit rund 100 Millionen Euro, den die Europäische Union vergeben will.

Quelle: RP
 
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