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Düsseldorf
Wie die Post Flüchtlinge einbezieht

Düsseldorf. Im Langenfelder Briefzentrum absolvieren zurzeit die Syrerin Fatima Ado und vier weitere Asylbewerber ein Praktikum. Von Sabine Schmitt

Wie kann man Flüchtlingen helfen, sich zu integrieren? In dem man ihnen hilft, unsere Sprache zu lernen - und indem man ihnen hilft, einen Job zu finden. So denken auch die Leute bei der Deutsche Post DHL Group. Da gibt es zum Beispiel Mitarbeiter, die ehrenamtlich Sprachkurse geben, und das Unternehmen bietet Praktikumsstellen an, sagt der regionale Postsprecher Rainer Ernzer.

"Alles in der Hoffnung, dass das den Menschen hilft, besser Arbeit und Anschluss zu finden." Das passiere so auch im Langenfelder Briefverteilzentrum an der Elisabeth-Selbert-Straße, das für Düsseldorf, und Teile des Kreises Mettmann zuständig ist. "Dort gibt es derzeit fünf Praktikanten", sagt Ernzer. Eine von ihnen ist die Syrerin Fatima Ado, die womöglich dort angestellt werden soll.

Es gibt eine Postmitarbeiterin, die sich um die Praktika der Flüchtlinge und um das Projekt "Gemeinsam handeln" kümmert, ihr Name ist Ulrike Kaufmann. Sie ist eine Art Bindeglied zwischen Mitarbeitern und Hilfsorganisationen. Als sie und andere Mitarbeiter erfuhren, dass ganz in der Nähe des Briefzentrums in Langenfeld ein Flüchtlingsheim in Garath, genauer gesagt die Traglufthalle an der Koblenzer Straße für etwa 300 Menschen, neu aufgestellt und eingerichtet werden soll, wussten sie nach eigenen Angaben, dass sie helfen wollen. "Das war genau das, was wir suchten. Wir konnten uns ab der ersten Lagebesprechung bis zum Einzug und auch darüber hinaus immer einbringen."

Sich einbringen, das hieß dann für die Postmitarbeiter zum Beispiel auch, für die Flüchtlinge Spielsachen oder Kleidung zu sammeln oder auch mal für sie zu kochen oder Kindern etwas vorzulesen. Bei Fortuna Düsseldorf waren die Mitarbeiter auch schon, und zwar mit etwa 40 Flüchtlingen: beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen VfL Bochum. Geholfen, das möglich zu machen, habe neben der Post auch Fortuna Düsseldorf und ein Velberter Transportunternehmen. Ernzer zufolge unterstütze die Post auch ein Buchprojekt, bei dem Kinder und Jugendliche einer Willkommensklasse in einer Düsseldorfer Schule "schildern sollen, was sie auf der Flucht erlebt haben".

Und über ein Praktikum dann eine richtige Arbeitsstelle finden. Funktioniert das für Flüchtlinge denn wirklich? Offenbar. "Ein Praktikant beginnt am 1. August eine Ausbildung als Mechatroniker bei uns", sagt Ulrike Kaufmann. Andere Flüchtlinge hätten bereits signalisiert, "dass sie nach Abschluss ihres Praktikums auch weiter gerne bei uns arbeiten wollen".

Nach Angaben von Ernzer sieht es so aus, dass die Syrerin Fatima Ado nach ihrem Praktikum eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bekommen sollte. "Es ist aber noch nicht in trockenen Tüchern, weil hierzu uns auferlegte Vorgaben und Vorschriften zu erfüllen sind." Die Post bietet bundesweit bis zu 1000 Praktikumsplätze, heißt es.

Quelle: RP
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