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Düsseldorf
Wie grün wird Kö-Bogen II wirklich?

Wie grün wird Kö-Bogen 2 in Düsseldorf wirklich?
Im Sommer soll das "Ingenhoven-Tal" des Kö-Bogen II mit den Hainbuchhecken in der terrassierten Fassade nach den Plänen des Architekten so aussehen. FOTO: FSWLA
Düsseldorf. Die Begrünung der Libeskind-Bauten hat nicht funktioniert. In der Bezirksvertretung geht es nun um die Frage, ob dies beim "Ingenhoven-Tal" klappt. Die geplanten Hainbuchen wechseln im Herbst von Grün zu Braun. Von Denisa Richters

Pflanzen an den Fassaden können Gebäude attraktiver machen - nur sollte die Begrünung auch wirklich funktionieren. Bei den Libeskind-Bauten, die im ersten Teil des Großprojekts Kö-Bogen entstanden sind, war es eher eine Produktenttäuschung: In ersten grafischen Ansichten quoll das Grün noch dschungelartig aus den schrägen Einschnitten in der Fassade zum Hofgarten. Mit Fortschreiten des Projekts wurde es auf den computergenerierten Bildern deutlich lichter. Und das reale Ergebnis - ist nur noch spärlich.

Begrünung ist auch beim "Ingenhoven-Tal" geplant, das im Zuge von Kö-Bogen II am Rand des Gustaf-Gründgens-Platzes entstehen soll. Der Entwurf des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven sieht einen Pavillon mit abgeschrägtem Rasendach sowie einen bis zu 26 Meter hohen Gebäuderiegel an der Schadowstraße vor. Dieses Hauptgebäude soll an seiner hinteren und seitlichen Fassade terrassiert sein. Dort wie auch auf dem Dach sollen Hainbuchhecken gepflanzt werden.

Mit der Jahreszeit verändert sich auch das "Ingenhoven-Tal": Im Herbst färben sich die vormals grünen Hainbuchhecken an der Fassade des Gebäudes rötlich-gelb. FOTO: FSWLA

Nach den Erfahrungen mit den Libeskind-Bauten ist die FDP aber skeptisch, pocht darauf, dass das Ensemble, wenn es voraussichtlich 2018 fertig ist, auch wirklich so bepflanzt wird, wie es auf den bisher veröffentlichten Bildern suggeriert wird. In der heutigen Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung 1 fragen die Liberalen, mit welchen "verbindlichen Auflagen/ Regelungen/Verträgen/ Eintragungen" die Stadt die Begrünung absichern will. Außerdem beantragen sie, dass Ingenhoven das Projekt vorstellt.

FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zufolge hat der Architekt bereits Bereitschaft signalisiert. Er habe ihr außerdem zugesagt, dass das Projekt genau den bisher gezeigten Bildern entsprechen wird. Gerüchte über Änderungen und Reduzierungen bei der Bepflanzung weist Ingenhoven von sich. Demnach sollen in den Terrassierungen des Hauptgebäudes insgesamt vier Kilometer Hainbuchhecken gepflanzt werden. Sie sollen von April bis November grün und von November bis April goldbraun sein. Strack-Zimmermann zufolge hat Ingenhoven ausgewiesene Experten für die Begrünung von Fassaden an seiner Seite. "Das glaube ich ihm", sagt die Liberale, er werde schließlich kaum seinen guten Ruf riskieren. Dass die Farbe des Laubs die Hälfte des Jahres nicht grün, sondern braun ist, hält sie "für vertretbar, weil es die Jahreszeiten spiegelt". Andreas Fischbach, im Botanischen Garten der Universität Düsseldorfer Gartenmeister Freiland, kennt Hainbuchen gut und bestätigt: "Es ist eine robuste Pflanze, die auch bei widrigen Bedingungen funktioniert." Es sei jedoch nicht garantiert, dass sie auch bis zum Neuaustrieb im Frühjahr das braune Laub behält. "Das ist bei jedem Exemplar anders." Somit könne es sein, dass die Hecken nicht blickdicht bleiben.

Bilder: Die Gestaltungsideen für die Schadowstraße FOTO: Stadt Düsseldorf

Unterdessen hat sich Oberbürgermeister Thomas Geisel als Vermittler in die stockenden Grundstücksverhandlungen eingeschaltet. Hintergrund ist, dass der Eigentümer eines Teils der Bestandsbauten am Gründgens-Platz, die für Kö-Bogen II abgerissen werden sollen, die Fläche nicht freigeben will.

"Ich habe deutlich gemacht, dass das Projekt von hohem städtebaulichen Interesse ist und deshalb verantwortungsvoll verhandelt werden soll", sagte Geisel auf Anfrage unserer Redaktion. Er sei "verhalten zuversichtlich", dass es rasch zu einer Einigung kommt, vermutlich über einen Grundstückstausch. Andernfalls werde ein Umlegungsverfahren eingeleitet. Das aber ist aufwendig und könnte den ohnehin schon auf den Sommer des kommenden Jahres verschobenen Baustart noch weiter verzögern.

Wehrhahn-Linie: Das passiert an den alten Strecken FOTO: Stadt Düsseldorf
Quelle: RP
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