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Düsseldorf
Wie Karlsson vom Dach zum Heiligen von Prag wird

Düsseldorf. Ganz viele verschiedene Filme in kurzer Zeit erleben, das war am Wochenende im Düsseldorfer Stadtmuseum möglich. Dieses war Austragungsort für das Landes-Film-Festival des Amateur- und Kurzfilms vom Bundesverband deutscher Filmautoren (BDFA) und bot eine Plattform für die neuesten, nichtkommerziellen Kurzfilme aus der Region.

Insgesamt 27 Werke von drei bis zehn Minuten Länge wurden gezeigt, wobei alle Genres vom Reisefilm über Dokumentationen und Reportagen bis hin zum Kurzspielfilm und Videoclip vertreten waren. Und die oft ganz neue Betrachtungsweisen zeigten.

Dass Reisefilme auch sehr amüsant sein können, bewies etwa "Drei Tage in Prag" von Wolfgang Knopp. Er beschreibt auf absurde Weise die Entstehung der Stadt. So sei ein Heiliger Prags etwa Karlsson vom Dach - "die erste menschliche Drohne" - daher auch der Name Karlsbrücke. An solchen Absurditäten hat Filmfreund Peter Küster seinen Spaß. "Da bekomme ich richtig Lust, mal nach Prag zu fahren".

Große Begeisterung weckte auch der Beitrag der Düsseldorferin Lina Montag. Jurymitglied und Fotograf Jürgen Wogirz beschreibt ihn als "unheimlich ästhetisch, aber nicht künstlich - einfach stark".

Heinrich Zimmermann, Gründer des Futura-Film-Clubs Düsseldorf, der in diesem Jahr Ausrichter des Festivals war, war dieses Jahr als Zuschauer dabei. Ihm gefiel ein Reisefilm über den Gardasee. Nächstes Jahr möchte der 84-Jährige aber wieder mit einem eigenen Werk antreten.

Am Ende der zweitägigen Veranstaltung wählte die Fachjury die Sieger der verschiedenen Kategorien. Dabei diskutierten die Mitglieder öffentlich und boten so den Zuschauern die Möglichkeit, die Entscheidungen nachzuvollziehen. Die besten Filme werden zum Bundesfestival des BDFA weitergemeldet. Eine gute Karrierechance, wie sich schon gezeigt hat. Regisseur Thomas Stellmach wurde so vom Amateur zum Profi. Er gewann 1997 mit seinem Trickfilm "Quest" einen Oscar. Trotzdem hat der BDFA Nachwuchsprobleme. Das Durchschnittsalter ist relativ hoch. "Filmstudenten möchten sich nicht mehr an Clubs binden. Und Internet-Plattformen sind eine große Konkurrenz", erklärt Barbara Zimmermann vom Futura-Film-Club.

(nes)
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