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Uniklinik Düsseldorf
Wie man Rückenschmerzen vorbeugt

Uniklinik Düsseldorf: Wie man Rückenschmerzen vorbeugt
Lukas Kretschmer trainiert hier mit Elke Teloo, die in gerader Haltung auf dem Ball sitzt - was Haltung und Balance fördert. In dieser Position kann der Experte auch vorsichtig den Nacken der Patientin dehnen. FOTO: Bretz Andreas
Düsseldorf. Viele Arbeitnehmer leiden an Rückenschmerzen. Experten der Uniklinik Düsseldorf geben Tipps, wie man Probleme gar nicht erst entstehen lässt. Von Christopher Trinks

Studien zeigen, dass zwischen 74 und 85 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Leben eine längere Rückenschmerzperiode erleben. Das Leben der Betroffenen wird durch chronische Schmerzen beeinträchtigt, zudem sind nach Angaben der Krankenkassen Rückenschmerzen eine der häufigsten Gründe für Arbeitsausfall.

Die Uniklinik Düsseldorf rückte das Rückenleiden nun ins Zentrum eines Informationstages: Betroffene konnten sich bei Vorträgen aus den Bereichen Orthopädie, Neurochirurgie und Traumatologie über Behandlungen und Ursachen informieren. Das Thema Rücken beschäftigt viele Fakultäten gemeinsam: "Die Schmerzen können schließlich von Muskeln, Knochen oder Organen ausgehen", sagt Organisator Jan Vesper. Die wichtigsten Antworten zum Thema.

Anke Bücker macht mit einer Besucherin Rücken-Yoga. Mit dem Yoga-Gurt könnte diese auch allein Dehnübungen absolvieren, für die sie sonst Hilfe bräuchte. FOTO: Andreas Bretz

Was sind die häufigsten Ursachen?

"Wir sitzen einfach viel zu viel", sagt der Direktor der Neurochirurgie, Hans-Jakob Steiger. Ein Mangel an Bewegung im Alltag sei die häufigste Ursache für Rückenprobleme, da durch eine sitzende Haltung Druck auf Bandscheiben und Muskulatur ausgeübt werde. Besonders Kinder seien heute betroffen, ergänzt Physiotherapeutin Elke Teloo. "Früher waren die Kinder öfter draußen und konnten sich bewegen. Heute sitzen die Meisten nach dem langen Schultag noch mehrere Stunden vor der Konsole", sagt Teloo. Ein weiterer Faktor ist die Ernährung. Laut Professor Steiger ist Übergewicht eine ständige Belastung für die Wirbelsäule und der Muskulatur, die den Körper zusätzlich in eine Schiefstellung bringen kann.

Wie kann man Rückenschmerzen vorbeugen?

Die meisten Jobs beinhalten eine sitzende Tätigkeit, weshalb der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet sein muss. Eine gerade Sitzhaltung ist neben Stühlen mit verstellbarer Rückenlehne entscheidend. Laut Steiger können auch zu kleine oder falsch eingestellte Bildschirme erhebliche Auswirkungen auf die Halswirbelmuskulatur haben. "Wenn man im Beruf zu viel sitzt, muss man einen Ausgleich finden. Rad fahren oder Schwimmen sind zum Beispiel rückenschonende Sportarten", ergänzt Vesper. Da hilft es schon, lieber öfter die Treppe als den Aufzug zu benutzen.

Auch im Haushalt kann man präventiv gegen Rückenprobleme wirken. So sollten Einkaufstaschen beidhändig und nah am Körper getragen werden, um eine Schiefstellung der Schulter zu vermeiden. Aktivitäten wie Staubsaugen oder Fegen immer mit aufrechter Rückenhaltung angehen. Viele Krankenkassen und Fitnessstudios bieten Rückenschulungen an, die die richtige Haltung im Alltag vermitteln.

Lukas Kretschmer trainiert auf einem Sitzball (fördert Gleichgewicht und Balance) mit einem Swingstick. Mit den Schwingungen lässt sich die Tiefenmuskulatur der Wirbelsäule stärken. FOTO: Bretz Andreas

Was ist zu tun bei akuten Rückenschmerzen?

Zunächst sollte ein Arzt die Ursache diagnostizieren, damit ein Problem mit den inneren Organen ausgeschlossen werden kann. Zuhause kann man mithilfe von Swingsticks und Hüpfbällen die Tiefenmuskulatur der Wirbelsäule trainieren und stärken. Nachweislich schmerzlindernd ist zudem Rücken-Yoga, das von der Physiotherapie der Uniklinik angeboten wird. Die Übungen stärken und dehnen die Rückenmuskulatur.

Quelle: RP
 
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