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Düsseldorf
Wie man sich dem Glauben nähert

Düsseldorf: Wie man sich dem Glauben nähert
Lisa Winkler, Theresa Stephan, Daniel Perlick und Kjill Hansen (v.l.) gehen am Sonntag zur Konfirmation. In der Vorbereitung hat ihnen die gemeinsame Fahrt am besten gefallen. FOTO: alsa
Düsseldorf. Am Sonntag werden in Düsseldorf wieder viele Jugendliche konfirmiert. Die vier Gymnasiasten Kjill, Daniel, Lisa und Theresa erzählen über den Konfirmationsunterricht und ihr Verhältnis zu Gott. Von Alessa Brings

Aufgeregt sind sie nicht, und eigentlich freuen sie sich eher auf den Tag danach. Da ist nämlich schulfrei. Lisa Winkler, Theresa Stephan, Daniel Perlick und Kjill Hansen sind vier der vielen Jugendlichen, die dieses Jahr zur Konfirmation gehen. Als besonders religiös würde sich keiner der Vier bezeichnen. "Ich bin eigentlich nicht gläubig, aber jetzt fühle ich mich Gott irgendwie ein bisschen näher", sagt der 13-jährige Kjill. Sein Bruder ist auch konfirmiert worden. Deswegen entschloss sich der Schüler, den Schritt ebenfalls zu wagen, auch wenn er nicht wusste, was ihn erwarten würde. "Ich wusste aber von Anfang an, dass ich sehr viele Leute hier kennen werde", sagt er. In der Schule habe er in der Pause von vielen seiner Mitschüler erfahren, dass sie dieses Jahr auch konfirmiert werden. "Das hat meine Nervosität etwas gelindert", gibt er zu. Daniel freute sich sehr, als er feststellte, dass er mit Kjill in einer Konfirmationsgruppe ist. Die beiden sind enge Freunde, und das motivierte den 14-Jährigen, weiterzumachen. "Ich war mir überhaupt nicht sicher, ob ich überhaupt zur Konfirmationen gehen möchte, oder nicht", gibt er zu. Seine Familie hätte es jedoch erwartet und daher probierte es Daniel einfach aus. Nun steht er hinter dem Konfirmationsunterricht. "Früher habe ich mich in der Kirche fremd gefühlt. Jetzt waren wir so oft da, wir kennen die Menschen und die Kirche. Da fühlt man sich anders, da fühlt man sich aufgenommen", sagt er.

Im Rahmen des Konfirmationsunterrichts, der in der Luthergemeinde ein Jahr dauert, sollen die Konfirmanden 14 Mal den Sonntagsgottesdienst besuchen. Alle bekamen zu Beginn des Jahres ein kleines Heftchen, in dem sie bei jedem Besuch Stichpunkte zu dem Gottesdienst aufschreiben sollten. Der anwesende Pfarrer unterzeichnete dann die entsprechende Seite. "Gottesdienste werden auf keinen Fall mein Hobby", gesteht Theresa, "aber man kommt auf jeden Fall runter". Über die frühe Uhrzeit lässt sich streiten.

Was das Beste an dem Konfirmationsunterricht war, können die vier sofort beantworten: die Konfirmationsfahrt. Die Gruppe fuhr für ein Wochenende nach Krefeld. Dort erwartete die Jugendlichen ein volles Programm, das aber auch genug Freizeitangebote enthielt, wie beispielsweise Bogenschießen. Daniel und Kilian hat auch der "Konfi-Cup" sehr gut gefallen, ein Fußballturnier, bei dem alle Gemeinden gegeneinander antraten. Alles in allem ist es der Teamgeist, der den Konfirmanden so gut gefällt.

Nicht nur die Jugendlichen spürten den Teamgeist, auch Pfarrer Ralf Breitkreuz, der mit den Jugendlichen zusammen arbeitete, empfand die Gruppe als interessiert und engagiert. Er freut sich, dass von den 18 Konfirmanden nur zwei abgebrochen haben. Er und die Gruppe trafen sich einmal im Monat an einem Freitagnachmittag, engagierten sich diakonisch, erlebten Kirchen und besprachen Themen, die die Jugendlichen beschäftigten.

Die moderne und lockere Gestaltung des Unterrichts war für Kjill, Daniel, Lisa und Theresa einer der vielen Gründe, gerne und motiviert zu den Treffen zu erscheinen. Auf ihre Konfirmation am kommenden Sonntag freuen sie sich. Ihre Verwandten und Freunde werden kommen und nach dem Gottesdienst gemeinsam mit ihnen feiern. Das bedeutet also für die vier: Es gibt nicht nur einen freien Schultag nach dem religiösen Ereignis, sondern auch eine Feier, leckeres Essen und Geschenke.

Quelle: RP
 
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