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Mülldetektive Eine Aktion Von Awista Und Rheinischer Post
Wie Restmüll für warmes Wasser sorgt

Düsseldorf. 90.000 Restmüllbehälter gibt es in der Stadt. Wenn ein Müllwagen seinen Inhalt auskippt, dauert das fünf Minuten. Von Sonja Schmitz

Mateus (13) räumt nach dem Essen den Tisch ab. Die Speisereste kommen in den Abfalleimer, und weil die Tüte nun voll ist, bringt er sie gleich nach draußen in die graue Tonne mit dem Restmüll. Dort landet auch die dreckige Katzenstreu, Staubsaugerbeutel und alles, was nicht in die bunten Tonnen kommt. Eine wilde Mischung. Und was wird mit ihr gemacht? Wer das herausfinden möchte, folgt am besten den Mitarbeitern der Awista, die den Restmüll mit ihrem Wagen abholen.

In vielen Wohngebieten stellen die Bewohner die Tonnen selbst heraus. In der Innenstadt ist das anders. Dort stehen viele Tonnen in den Kellern. Damit der Müllwagen nicht so lange warten muss, laufen zwei Mitarbeiter voraus, um die Mülltonnen von den Standplätzen zu holen oder aus den Kellerschächten zu ziehen und an die Straße zu stellen. "Sie sind das Vorauskommando", erklärt Norbert Gogollok, während er mit dem Müllwagen über die Heinrich-Heine-Allee in der Altstadt fährt. Seine Kollegen Richard Jagus und Tobias Sausmikat fahren bei kurzen Strecken draußen im Stehen mit. Beim nächsten Halt steigen sie ab. Mit einem Haken an einem Seil holen sie die Tonnen aus den Kellerschächten hoch und bringen sie zum Wagen. Auf Knopfdruck hebt eine Automatik sie an und leert sie in der Öffnung aus.

Im Wageninneren dreht sich eine Trommel, wie bei einer Waschmaschine. Sie sorgt dafür, dass der Müll gut verteilt wird. Schnell bringen die Männer die Tonnen wieder weg und kommen zum Wagen zurück. "Ab", ruft Richard Jagus. Für Norbert Gogollok ist dies das Signal, dass er weiterfahren kann. Auf seinem Armaturenbrett hat er einen kleinen Bildschirm. Eine Videokamera ist hinten am Wagen montiert und zeigt ihm, was dort passiert.

Weiter geht's im Schneckentempo durch die Innenstadt. Rote Ampeln, Baustellen, volle Straßen. Wenn das Müllauto stehenbleibt, hupen manche Fahrer, weil es nicht weitergeht. Besonders in den kleinen Seitenstraßen staut es sich oft. Vor einem Reisebüro hält ein Laster, der Fahrer lädt Pakete aus und versperrt die Straße. Norbert Gogollok fährt deshalb über einen kleinen Umweg in die Straße. Tonnen leeren und weiter. Etwa 90.000 Restmüllbehälter gibt es in der Stadt. Nach dem Wochenende sind sie besonders voll. Das merken die Awista-Mitarbeiter auch, wenn sie ihre Ladung zur Müllverbrennungsanlage am Flinger Broich bringen. Vor ihnen wartet dann oft eine Schlange von Müllwagen. Als Gogollok an der Reihe ist, fährt er rückwärts an ein offenes Tore heran. Auf Knopfdruck kippt der Wagen den Müll in einen riesigen Schacht, den Müllbunker. Es dauert fünf Minuten, bis die sich drehende Trommel den kompletten Müll herausgeschleudert hat.

Dann greifen drei große Kräne den Müll und befördern ihn auf einen Aufgabeschacht, von dem aus der Müll in einen Kessel fällt. Dort brennt ein Feuer von fast 1000 Grad. Die Asche wird später verkauft und kommt beim Bau von Straßen zum Einsatz. Auch die Hitze, die beim Verbrennen des Mülls entsteht, ist nützlich. Die Energie, die dabei entsteht, wird in Strom umgewandelt. Außerdem trägt sie dazu bei, dass es in Düsseldorf warmes Wasser gibt. Zum Beispiel in den Schwimmbädern. Wenn Mateus und seine Freunde im Düsselstrand über die Ringrutsche im Wasser landen, herrschen dort angenehme 30 Grad.

Quelle: RP
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