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Düsseldorf
Wie Schüler die Umwelt schützen

Düsseldorf: Wie Schüler die Umwelt schützen
Jonas, Nina, Josephine, Dominik und Annika (rechte Bildhälfte, v.l.) arbeiten im Eine-Welt-Laden des Gymnasiums. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Sie sparen Energie und Wasser, verkaufen faire Produkte: Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums achten auf einen sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Ein Lehrstück über Engagement von Kindern und Jugendlichen. Von Katharina Pavlustyk

Fünf vor halb zwölf schellt es zur Pause. Annika, Nina, Josephine, Jonas und Dominik aus der 9b des "Scholl" eilen ins Foyer. Nicht um dort herumzuhängen, sondern weil sie neben elf weiteren Kindern und Jugendlichen den Eine-Welt-Laden der Schule betreuen. Sie verkaufen fair gehandelte Schokolade, Saft, Snacks, sorgen dafür, dass die Kasse stimmt, bestellen Ware nach, sortieren sie ein.

"Das machen wir seit der fünften Klasse", sagt Annika (14) stolz. "Wir unterstützen zum Beispiel Kakaobauern, damit sie einen fairen Lohn bekommen." Außerdem spenden die Schüler ihre Mehreinnahmen an die Kinderhilfsorganisation "Friedensdorf International" und helfen Mädchen und Jungen, die in Kriegs- und Krisengebieten verletzt wurden. Dass die Schüler ihre Freizeit opfern und auch bei Schulfesten und Elternsprechtagen den Eine-Welt-Laden "schmeißen", scheint für sie selbstverständlich. Sie möchten etwas bewirken, ihren Beitrag leisten. "Wir möchten anderen helfen, ein normales Leben zu führen", meint Annika.

Engagierte Schüler, engagierte Lehrer: Diese Kombination hat am Geschwister-Scholl-Gymnasium eine Reihe Aktionen und Projekte auf den Weg gebracht. Das Eine-Welt-Projekt, das unter der Ägide von Hildegard Sander vor 23 Jahren ganz klein begonnen hat, ist nur ein Beispiel.

Seit Start des städtischen Umweltprogramms 50:50 vor 16 Jahren nimmt das "Scholl" auch an diesem teil. Dabei sparen kommunale Kitas, Schulen und Berufskollegs Wasser, Energie und Müllkosten. Die Hälfte des jeweils eingesparten Betrags bekommt die Einrichtung. Innerhalb des 50:50-Programms machen die Gymnasiasten sehr viel: Sie trennen Müll richtig und sparen allein dadurch knapp 7000 Euro jährlich. Damit die Mülltrennung funktioniert, kontrollieren Schüler stichprobenartig die Tonnen in den Klassen, aber auch im Lehrerraum, im Sekretariat und im Büro von Schulleiter Hans-Hermann Schrader. Für die besten Mülltrenner gibt es nicht nur Lob, sondern auch Preise, die mit dem Geld aus dem Umweltprogramm der Stadt finanziert werden. Etwa 9000 Euro bekommt das Gymnasium jedes Jahr an eingespartem Geld ausbezahlt. Das wird zu einem großen Teil investiert, um noch mehr Geld einzusparen. Schon bald werden spezielle Bewegungsmelder im Foyer installiert, damit dort nur dann Licht brennt, wenn es auch wirklich benötigt wird.

Energie wird auch an anderer Stelle gespart: In einer AG messen Schüler die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Klassenzimmern. Die Werte werden dokumentiert, um zu schauen, "wann unnötig geheizt wird", sagt Lehrer Sven Galonska. Außerdem prangen in den Räumen Aufkleber neben Lichtschaltern: "Drück' mich, wenn Du gehst!" steht da. Ein Appell, den die Kinder und Jugendlichen ernst nehmen. Jedes Jahr gibt es an der Einrichtung nahe dem Volksgarten in Bilk einen Wassermonat: In verschiedenen Fächern beschäftigen sich die Schüler mit Wasser, analysieren die Wassersymbolik in Gedichten, informieren sich über die Wasserversorgung bei den Römern, rechnen Rauminhalte von Wasserleitungen aus.

Und auch das ist noch nicht alles: Bei Umweltprojektwochen basteln Schüler Musikinstrumente aus Müll oder stellen Schokolade aus fair gehandelten Kakaobohnen her. Sie pflanzen Bäume und Sträucher im schuleigenen Garten. "Mit dem Namen unserer Schule geht eine Verpflichtung im Hinblick auf die Zukunft dieser Welt einher", sagt Schulleiter Hans-Hermann Schrader. "Die Schüler stellen fest, dass auch der Einzelne etwas bewirken kann", bemerkt Theodor Wahl-Aust, Leiter des Ausschusses Nachhaltigkeit am "Scholl".

Das Engagement der Schüler und ihrer Lehrer, die mit einem guten Beispiel vorangehen und beispielsweise Müll trennen oder fair gehandelten Kaffee trinken, ist nicht unbemerkt geblieben. Davon zeugen zahlreiche Auszeichnungen und Preise, die die Wand vor dem Sekretariat zieren.

Quelle: RP
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