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Brand-Simulator in Düsseldorf
Wie sich der Gang durch eine verrauchte Wohnung anfühlt

Brand-Simulator in Düsseldorf: Wie sich der Gang durch eine verrauchte Wohnung anfühlt
Auch die Uni-Angestellte Daniela Schleicher probierte den Rauchcontainer auf dem Campus aus. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. In einem Container an der Heinrich-Heine-Universität konnten Studenten und Mitarbeiter testen, wie es ist, sich in einem komplett verrauchten Raum zu bewegen. Auch unsere Autorin hat sich getraut. Von Julia Dagg

Helligkeit umgibt mich, doch sehen kann ich nichts. Langsam setze ich einen Fuß vor den anderen, will die Umgebung ertasten. Doch meine ausgestreckte Hand verschwindet im Nebel. Das laute Geräusch des Rauchmelders entnervt mich.

Doch da: Im nächsten Moment spüre ich die Türklinke unter meiner Hand, drücke sie herunter – und sehe Tageslicht. Ich habe die Runde durch den Verrauchungscontainer auf dem Uni-Gelände gut überstanden.

Der 6,5 Meter lange Container stand für kurze Zeit zwischen dem Gebäude 25.02 und der Universitätsbibliothek. Studenten und Beschäftigte konnten dort in einer Simulation erleben, wie es sich anfühlt, bei einem Brand durch einen völlig verrauchten Raum zu laufen.

Rauch verursacht Atemnot und Bewusstlosigkeit

Der Container ist mit mehreren Kartons, zwei Stühlen und einem Tisch gefüllt. Eine Maschine erzeugt weißen Nebel, der weder giftig noch gefährlich ist, aber die Orientierungslosigkeit bei einem Feuer deutlich macht. Die Stabstelle des Brand- und Umweltschutzes der Heinrich-Heine-Universität kooperiert dafür mit der Brandschutzfirma Basler.

In einer Einführung erklärt deren Mitarbeiter Benjamin Basler mir die Gefahren von Rauchgas: Der schwarze Rauch, der bei echten Bränden entsteht, nimmt einem die Sicht und brennt in Augen und Lunge. Gase wie Kohlenstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid haben verheerende Folgen.

Das Kohlendioxid zum Beispiel verdrängt den lebensnotwendigen Sauerstoff aus der Luft. Es kommt zu Atemnot und Bewusstlosigkeit. "In Filmen wird häufig übermittelt, man könne problemlos durch verrauchte Flure fliehen. De facto ist das jedoch unmöglich", sagt Basler.

Schon kurze verrauchte Fluchtwege sind gefährlich

Die erste Runde im Container ist vor allem spannend. Der Nebel ist nicht zu dicht, ich kenne den Weg und weiß, dass nichts Gefährliches passieren kann. Außerdem reizt mich die Herausforderung: eine Mischung aus Versteckspiel und Wettlauf.

Vor dem zweiten Durchgang drehe ich mich ein paar Mal im Kreis, damit ich nicht mehr weiß, in welche Richtung ich gehen muss, atme einmal tief ein, halte die Luft an und stürze mich wieder in den Container. Die Situation fühlt sich nun echter an: Ich kenne den Weg nicht mehr, stehe unter Zeitdruck, da ich nicht so lange die Luft anhalten kann.

"Wenn bei einem Brand noch Panik, Hitze und Atemnot dazukommen, wird schon ein kurzer Fluchtweg von sechs Metern wie hier durch den Container lebensgefährlich", fügt Oliver Fahr von der Stabstelle für Brand- und Umweltschutz der Uni hinzu.

Quelle: RP
 
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