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Düsseldorf
Wieder mehr Fische im Altrhein

Düsseldorf. Die Öffnung des Deiches in der Urdenbacher Kämpe und die damit erfolgte Renaturierung des Altrhein-Armes zieht nicht nur mehr zweibeinige Besucher in die schöne Auenlandschaft. Auch für Fische ist dadurch ein reizvolleres Lebens- und Laichgebiet entstanden. Zu diesem Schluss kommt das Umweltamt als Untere Fischereibehörde. Von Andrea Röhrig

Durch die Durchbrüche wird das Wasser des Baches in Hellerhof direkt in die Kämpe geleitet und gelangt nahe Urdenbach wieder in den alten Gewässerverlauf. Zum anderen wird die Kämpe schon bei kleineren Rheinhochwassern überflutet. Die Fischereibehörde hatte 2013 - also vor der ab Frühjahr 2014 erfolgten Deichöffnung - eine Bestandserhebung vorgenommen, die sie im September 2015 überprüft hatte. Bei der Zählung des Fangs stellten die Mitarbeiter Erfreuliches fest: Der Bestand des anspruchslosen Dreistachligen Stichlings nimmt zugunsten der anspruchsvollen Fischarten Barbe und Nase ab. Beide legten zahlenmäßig stark zu. Ebenfalls erhöhte sich - wenn auch nur leicht - der Bestand an Schleie und Steinbeißer.

2015 wurden an denselben fünf Stellen wie 2013 insgesamt 1877 Fische (2013: 1301) gefangen. Von den 20 Fischarten stehen sieben - Barbe, Hecht, Koppe, Nase, Schleie, Schneider und Steinbeißer - auf der Roten Liste des Landes NRW und gelten damit als im Bestand bedroht. Im Vergleich sind den Mitarbeitern 54 und damit 40 Steinbeißer mehr als 2013 ins Netz gegangen. Bemerkenswert sei auch der Nachweis eines Schneiders sowie der Fang von Aland, Hecht, Nase und Schleie im Altrhein, berichtet das Umweltamt in einer Informationsvorlage für den Umweltausschuss. Der artenreichste Teilabschnitt ist der Mündungsbereich des Altrheins in den Rhein mit 17 Fischarten.

Aber es gibt nicht nur Grund zur Freude: Von den Auenarten wie Hecht, Karausche, Moderlieschen, Schleie und Rotfeder wurden 2015 nur Hecht (vier) und Schleie (13) nachgewiesen. Bei der Schleie sei aber ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, so das Umweltamt.

Größere Sorgen bereitet den Naturschützern der Besatz mit zwei eingeschleppten Krebsarten: dem Amerikanischen Krebs und dem Signalkrebs. Wurden 2013 nur je zwei Exemplare gefangen, waren es 2015 schon 21 Signalkrebse sowie zehn Amerikanische Krebse. Dieser Anstieg ist bedenklich, da beide Arten Überträger der Krebspest sind, die heimische Flusskrebse tötet, sobald amerikanische Krebse das Gewässer besiedeln.

Aufgrund der Daten geht die Stadt davon aus, dass sich der Fischbestand in der Urdenbacher Kämpe weiter positiv entwickeln wird. Bis 2023 soll in einem Zwei-Jahres-Intervall die Erhebung fortgeführt werden, heißt es in der Vorlage für die Politik.

Quelle: RP
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