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Düsseldorf
"Wir sind keine Gefahr für Naturschutz"

Düsseldorf: "Wir sind keine Gefahr für Naturschutz"
Julia Langguth (l.), Sonja Stumpe-Bednarski und Stephan Bednarski mit ihren Kindern auf der Wiese, auf der die Bauwagen stehen werden. FOTO: N. Marschall
Düsseldorf. Die Neanderwald-Gesellschaft als Betreiber des Waldkindergartens räumt Standort-Bedenken von Seiten des Naturschutzes aus: Der sorgsame Umgang mit der Natur werde in Waldkindergärten schon den Jüngsten beigebracht. Von Nicole Marschall

Die Neanderwald uUG steht in den Startlöchern. "Die Gemeinnützigkeit unseres Waldkindergartens wurde inzwischen anerkannt und die Betriebserlaubnis des Landschaftsverbands Rheinland liegt auch schon vor", freut sich Niklas Langguth, der mit seiner Frau Julia und dem Ehepaar Stumpe-Bednarski das Projekt in die Wege geleitet hat: "Jetzt warten wir nur noch darauf, dass die Stadt die Mittel bewilligt. Dann können wir im August starten."

Eltern, die ihre Kinder in einem Waldkindergarten betreuen lassen, können sicher sein, dass diese naturverbunden aufwachsen und den sorgsamen Umgang mit der Natur erlernen, so der neue Jugendhilfeträger. "Dazu werden die Kinder von speziell ausgebildeten Erziehern angeleitet. Der Waldkindergarten bedeutet also keine Gefahr für den Naturschutz, sondern er sorgt gerade dafür, dass die Liebe zur Natur und das Wissen darum erhalten bleiben", so Stephan Bednarski.

Er nimmt damit Stellung zu den Bedenken, die Bernhard May, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Naturschutzgebiet Bruchhausen. May befürchtet, dass das Konzept den Wald des Naturschutzgebiets Neandertal, rund 250 Meter hinter der Wiese des Kindergartens, nicht ausreichend schützt.

"Das Credo eines Waldkindergartens ist es ja gerade, dass Kinder frühzeitig den Umgang mit der Natur lernen", betont auch Niklas Langguth und erklärt, dass das Naturschutzgebiet nur gelegentlich bei Wanderungen genutzt werden wird: "Die Regeln des Naturschutzes werden dabei selbstverständlich eingehalten." Dies sehe schon allein das Konzept vor. In den rund 350 deutschen Waldkindergärten Deutschland funktioniere der Naturschutzgedanke, sagt er. Warum sollte das in Erkrath anders sein?

"Die Thematik wurde bereits mit dem Landkreis erörtert", versichert auch Stephan Bednarski, "und der Träger des Waldkindergartens hat gegenüber dem Landkreis erklärt, dass die gesetzlichen Regelungen zum Verhalten im Naturschutzgebiet eingehalten werden - unter anderem auch, dass man im Naturschutzgebiet die Wege nicht verlassen darf."

Im Alltagsbetrieb werden die Kinder lediglich den direkt angrenzenden Wald nutzen, der nicht als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen ist. Auch die von May angesprochenen Feuchtbiotope würden von den Kindern nicht betreten. Auch das sei bereits mit der Unteren Landschaftsbehörde geklärt, so Langguth: "Wir haben von Anfang an offen und zielführend mit allen Behörden zusammengearbeitet", sagt er. Dort werde gute Arbeit geleistet und es sei es sehr schade, wenn von Außenstehenden der Eindruck erweckt werde, die Behörden täten ihre Arbeit nicht.

Dass - wie von Bernhard May angemerkt - in der Nähe die Herkulesstaude wachsen könnte, sehen die neuen Jugendhilfeträger nicht als Problem: "Die Herkulesstaude gibt es nicht nur an diesem Standort, sondern vielerorts in Erkrath", so Bednarski und Langguth ergänzt: "Auch im Hinblick auf giftige Pflanzen werden die Kinder des Waldkindergartens geschult. Von der Pike auf lernen sie, nichts aus dem Wald zu essen und Pflanzen mit Nesseln wie etwa die Herkulesstaude oder Brennnesseln nicht anzufassen." Die Beiden sind sich sicher, dass die Waldkindergartenkinder damit besser mit den möglichen Gefahren vertraut sind als andere Kinder.

Weitere Informationen zur Neanderwald uUG und ihrem Konzept gibt es im Internet unter der Adresse www.waldkindergarten-erkrath.de. Von den 20 Kindergarten-Plätzen sind die meisten schon vergeben.

Quelle: RP
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