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Düsseldorf
Wirschkes spielen mit Kombinationen

Düsseldorf. "Mode ist doch heute keine Überraschung mehr. Klamotten gibt's an jeder Ecke und online sowieso", sagt Clemens Wirschke. Der 34-Jährige erinnert sich noch gut daran, wie das früher war, als am Anfang der Saison die neue Ware geliefert wurde. "Da hatte keiner von uns die Kollektionen schon im Livestream zu Hause auf dem Sofa gesehen." Und weil Kleider und Anzüge, Hosen, Hemden und Röcke heute auf allen Kanälen im Überfluss angeboten werden, setzen Clemens und der drei Jahre jüngere Constantin Wirschke "auf Service und die persönliche Bindung zu den Kunden. Nur so können wir uns von anderen Mitbewerbern absetzen, sei es im Laden oder online". Von Dagmar Haas-Pilwat

Damit stehen die Brüder fest in der Tradition des 70 Jahre alten Modehauses. 1946 gründete ihr Großvater Klemens Wirschke sein erstes Textilhandelsgeschäft für Meterware mit Maßatelier in Berlin-Charlottenburg. Drei Jahre später folgte der Umzug nach Düsseldorf und Wirschke wurde bekannt als das erste Modehaus, das bereits Ende der 1940er Jahre italienische Luxusmode importierte und exklusiv Pucci und Chanel führte. Der elegante Salon auf der Kö (inzwischen ist der Standort an der Steinstraße) wurde zum Anziehungspunkt für Kunden über die Grenzen Düsseldorfs hinaus. Als Clemens Wirschke, Sohn des früh verstorbenen Firmengründers, 1971 im Kö-Center die Boutique "Emilio Pucci" eröffnete, in der die gesamte Kollektion des italienischen Modemachers präsentiert wurde, war Pucci persönlich anwesend. Dem ZDF war das große Ereignis in der Modestadt Düsseldorf sogar eine Live-Übertragung wert.

Gemeinsam mit seiner Frau Gabriella, die als Römerin für italienische Lebensart im Unternehmen sorgte, pflegte der Modeeinzelhändler das in der Branche bekannte "Wirschke-Prinzip": Demnach ist ein Outfit mehr als die Summe einzelner Kleidungsstücke. Mode ist vielmehr das gekonnte Spiel mit Kombinationen, Stilen und Trends.

Inzwischen teilen sich die mit fast zwei Meter Größe hochgewachsenen Brüder Clemens und Constantin die Geschäftsführung des Modehauses mit seinen 20 Mitarbeitern an der Steinstraße.

Der eine ist mehr für den kreativen, der andere mehr für den finanziellen Part zuständig. "Doch eigentlich machen wir alles gemeinsam, schließlich sind wir ein Familienunternehmen", sagt Clemens Wirschke. Und dazu gehört auch Düsseldorfs älteste Registrierkasse. Das Modell "Regna" stammt aus Großvaters Zeiten - von 1946.

Quelle: RP
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