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Düsseldorf
Wirtschaft spricht über Flüchtlinge

Düsseldorf. Während Politik und Verwaltung damit beschäftigt sind, die Flüchtlinge unter- und ihnen Sprache und Kultur näher zu bringen, denkt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) einen Schritt weiter. Bei einem Themenabend mit rund 50 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Berufsbildungszentrum der Awo wurde die Frage diskutiert, wie Flüchtlinge bestmöglich integriert werden können.

Die Antwort liegt für die meisten Beteiligten auf der Hand. "Eines der Schlüsselthemen ist neben Bildung die Arbeit", sagt Bülent Arslan. Der Sohn türkischer Eltern kam selbst im Alter von zwei Jahren nach Deutschland und berät mit seiner Firma Imap Kommunen und Unternehmen bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Flüchtlinge brächten viele Dinge mit, die in Firmen gefordert seien. "Wir sehen, dass Menschen, die aus Notsituationen kommen, besonders motiviert sind und Dynamik ins Unternehmen bringen."

Was in der Theorie gut klingt, sei in der Praxis vielfach aber schwer anwendbar. So würden Unternehmer häufig davor zurückschrecken, Flüchtlinge zu beschäftigen oder sie auszubilden, weil nicht gesichert sei, dass sie im Land bleiben könnten. Auch die bislang nicht geklärte Frage des Versicherungsschutzes schrecke viele Unternehmen ab.

In Düsseldorf geht man daher einen eigenen Weg. Im September 2015 hat die örtliche Agentur für Arbeit den sogenannten Integration Point eingerichtet. Er soll helfen, die Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind, möglichst rasch in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. "Zudem werden wir fortan parallel zu den Integrationskursen eine sogenannte Kompetenzfeststellung durchführen. Wir wissen dann so deutlich schneller, welche Qualifikationen ein Flüchtling mitbringt", sagt Roland Schüßler, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit.

Damit Unternehmen selbst tätig werden und Flüchtlinge einstellen können, müssen sie umfangreiche Vorschriften beachten. Informationen über alle Regelungen bietet der örtliche Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit an.

(maxk)
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