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Düsseldorf
Klitschko soll die Arena füllen

Wladimir Klitschko soll Arena in Düsseldorf füllen
FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Box-Weltmeister hat Titelverteidigung für den 24. Oktober in Düsseldorf angekündigt. Arena-Gesellschaft wirbt noch nicht mit dem Kampf, denn ein unterschriebener Vertrag liegt noch nicht vor. Karten kosten bis zu 900 Euro. Von Uwe-Jens Ruhnau

Es wird auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Kampf - denn wann kommt es schon einmal vor, dass Wladimir Klitschko zu einem Gegner aufschauen muss? Am 24. Oktober wird das der Fall sein, denn dann tritt der Multi-Champion laut eigener Aussage - Klitschko ist Titelträger der Verbände IBF, IBO, WBO und WBA - in Düsseldorf gegen den englischen Hünen Tyson Fury an. Der britische WBA-Pflicht-Herausforderer misst 2,06 Meter und ist damit acht Zentimeter länger als der Ukrainer, auch hat er eine beachtliche K.o.-Quote. Von 24 Kämpfen hat er 18 durch Knockout gewonnen.

Spektakel ist also möglich, garantiert ist es nicht - denn Klitschko boxt mit seinen 39 Jahren taktisch versiert, vorsichtig und effizient. Sein letzter Kampf im April gegen Bryant Jennings riss die Fans nicht gerade von den Sitzen, mancher war froh, dass nach zwölf Runden Langeweile endlich Schluss war. Dennoch gehören Auseinandersetzungen um die Weltmeisterschaft im Schwergewichtsboxen zu den Top-Veranstaltungen überhaupt, und es ist hochwahrscheinlich, dass im Herbst wieder 50 000 Zuschauer in der Arena dabei sein werden. So wie bei Klitschkos letzten Auftritten an gleicher Stelle 2010 und 2012.

Alle WM-Kämpfe des Wladimir Klitschko FOTO: AP

In der Chefetage der Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) freut man sich folglich auf den Abend, hält sich aber mit öffentlichen Äußerungen noch sehr zurück. Es gibt nämlich noch keinen Vertrag mit dem Klitschko-Management. Und bis der Kontrakt in trockenen Tüchern ist, existiert der schon so angepriesene "Fight des Jahres" für DCSE-Geschäftsführer Martin Ammermann noch nicht. Deswegen wird zwar auf der Homepage der Arena mit den ersten Fortuna-Heimspielen und dem Konzerttag "Rock im Sektor" am 5. September geworben, der Boxkampf jedoch mit keiner Silbe erwähnt.

Das machen umso fleißiger andere, im Netz werden bereits emsig Karten verkauft. Die Preise liegen zwischen 75 Euro im Oberrang und 898 Euro im Vip-Bereich gleich am Ring mit Besuch der Aftershow-Party. Ein gutes Geschäft, und wer der Gewinner an diesem Abend sein wird, steht unabhängig vom Ausgang bereits vorher fest - Wladimir Klitschko erhält 80 Prozent der zweistelligen Millionenbörse.

Klitschko besiegt Jennings nach Punkten FOTO: dpa, js ms

Die Arena-Gesellschaft will einen sechsstelligen Betrag vom Kuchen abhaben - und sie braucht ihn auch. Schließlich war Düsseldorf mit Großevents in den vergangenen Jahren besser gesegnet. Vor allem bei den Top-Konzerten fahren die Stars aktuell an der Landeshauptstadt vorbei. Die Haudegen von AC/DC etwa haben zwar in den vergangenen Tagen im Breidenbacher Hof genächtigt, aufgetreten sind sie jedoch lieber in Gelsenkirchen, wo man auf Schalke 10 000 Tickets mehr verkaufen kann. Und nun, da Sommerpause ist, ist auch nicht mit vielversprechenden Verhandlungen mit Konzertveranstaltern für den Rest des Jahres zu rechnen.

Also ruhen die Hoffnungen für ein volles Haus auf Klitschko, bei Rock im Sektor geht man eher von bis zu 30 000 Besuchern aus. Dass die Arena-Macher am Ende in den Seilen hängen, weil die Boxer sich anderswo verprügeln, ist eher unwahrscheinlich. Ende Oktober bietet die Düsseldorfer Multifunktionshalle dank geschlossenem Dach und Heizung beste Voraussetzungen, wie sie es so kaum in Deutschland gibt. Es dürfte also Geld in die Kasse kommen - gut für eine Geschäftsführung, die gerade erst von zwei auf drei Köpfe erweitert wurde.

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Quelle: RP
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