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Mülldetektive Eine Aktion Von Awista Und Rheinischer Post
Wo das Altpapier in Düsseldorf landet

Mülldetektive Eine Aktion Von Awista Und Rheinischer Post: Wo das Altpapier in Düsseldorf landet
In der Entsorgungsanlage der Remondis in Reisholz landet das gesamte Düsseldorfer Altpapier. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Müll ist ein wichtiger Rohstoff. Wie und wozu er gesammelt wird, erfahren Kinder in einer vierteiligen Serie. Von Sonja Schmitz

Leo (7), Mateus (13) und Emily (12) misten aus und schaffen Platz für Neues. Leo trennt sich von alten Fußballzeitschriften, Emily hat neue Schuhe bekommen, der Schuhkarton kann weg. Wohin damit? In die blaue Tonne, das wissen die beiden. Aber was passiert dann mit dem Altpapier, fragen sie sich. Die Awista zeigt, wohin die Reise geht.

Johannes Wermke lenkt einen von vier Kranwagen, mit denen in Düsseldorf die Altpapiercontainer geleert werden. Anders als beim Auto kann man sich nicht einfach in seinen Kranwagen hineinsetzen. Man muss hinaufklettern. "Mit beiden Händen an den Haltestangen gut festhalten", ruft Johannes Wermke. Jeden Morgen um sechs fährt er mit dem Kranwagen vom Hof der Awista am Höher Weg und fährt zu den Altpapiercontainern in der Stadt. 466 gibt es davon. An einem Arbeitstag schafft er es, ungefähr 60 davon zu leeren.

Dazu muss Wermke dicht an den Container heranfahren. Weil er mit dem Kranwagen nicht so leicht wenden kann, darf er rückwärts in die Straße hineinfahren. Vor dem Container angekommen, steigt Wermke von seinem Sitz herunter, klappt eine Leiter aus und steigt auf den Wagen. Dort nimmt er sich eine große Fernbedienung und lenkt damit den Kran über den Container. Dann muss er die Haken des Krans in die runden Metallbügel der großen Container hineinbekommen. Das sieht aus wie beim Angeln und ist ein bisschen kniffelig. Es gibt einen Ruck, dann zieht Wermke den Container mit dem Kran hoch und schwenkt ihn über den Wagen. Per Knopfdruck öffnet im Innern eine Zugstange den Boden des Containers. Heraus fallen Papiere, Pappe und einige Styroporplatten. "Die gehören hier nicht hinein, sondern in die gelbe Tonne", sagt der Awista-Mitarbeiter. Es passiert immer wieder, dass Menschen falschen Müll zum Altpapier werfen, zum Beispiel Gegenstände aus Plastik. Ab und zu landen auch mal Schlüssel in den Containern. Einmal entdeckte ein Awista-Mitarbeiter sogar einen kleinen ausgesetzten Hund im Altpapier und nahm ihn mit nach Hause.

Auf der Fahrt erzählt Wermke von seiner Arbeit. In der Innenstadt, wo viele Menschen wohnen, sind die Container schnell wieder voll. Sie müssen deshalb öfter geleert werden. Besonders viel Altpapier gibt es in der Weihnachtszeit wegen der vielen Verpackungen. Dann müssen Johannes Wermke und seine Kollegen mit den Kranwagen ran. Allerdings werden die Container nach und nach durch blaue Tonnen für einzelne Häuser ersetzt. In Himmelgeist, wo Leo und Emily wohnen, gibt es sie schon länger. Alle zwei Wochen stellen die Bewohner sie an die Straße, damit sie geleert werden.

Unterwegs sieht Wermke, dass jemand seinen Müll neben den Container gestellt hat. Er macht ein Foto davon und meldet es über eine App an die Awista. Das kann übrigens jeder Bürger machen. Nach der nächsten Ladung zeigt eine Waage an, dass das Fahrzeug vollgeladen ist. Es hat Platz für 60 Tonnen Papier - so viel wie zehn ausgewachsene afrikanische Elefanten wiegen. Jetzt ist es Zeit, das Altpapier zu entladen. Dazu fährt der Awista-Mitarbeiter nach Reisholz zur Entsorgungsanlage der Firma Remondis. 36.000 Tonnen Düsseldorfer Altpapier landen hier im Jahr - das entspricht dem Gewicht von 6000 großen Elefanten.

Zum Entladen fährt der Laster rückwärts an eine offene Halle heran. Als das Altpapier von breiten Stangen herausgeschoben wird, zerschellt eine Flasche auf dem Boden. Mitarbeiter sortieren sie aus, genauso wie einige Plastiktüten.

Das Altpapier ist ein wertvoller Rohstoff. Papier- und Kartonfabriken stellen damit neues Papier und Pappkartons her. Seine Hausaufgaben macht Leo in einem Heft, das aus Altpapier hergestellt wurde.

Quelle: RP
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