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Ausflugstipp Düsseldorf
Wo die kleinen Schweine wohnen

Die ersten Frischlinge im Wildpark Grafenberg sind da
Die ersten Frischlinge im Wildpark Grafenberg sind da FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Im Wildpark Grafenberg steigt die Zahl der Bewohner. Die ersten Tiere mit Nachwuchs sind die Wildschweine. Die Frischlinge sind schon neugierig. Von Holger Lodahl

Die Mutter ist sehr misstrauisch. Kein Wunder, muss sie doch auf eine Horde kleiner Schweine aufpassen. Bache ist der korrekte Titel der Wildschweinmutter, die erst vor wenigen Tagen ihren Nachwuchs geboren hat. Nun hat das Muttertier alle Paarhufe voll zu tun, der junge Horde Sau zu werden, weil die Kleinen trotz ihres jungen Alters schon recht flink sind auf ihren vier dünnen Beinen.

Zuweilen wundern sie sich wahrscheinlich über die aus ihrer Sicht merkwürdigen Gäste in ihrem Wildpark. Denn der Park ist ein beliebtes Ausflugsziel für Erwachsene und Kinder. Vor allem jetzt im Frühling macht es viel Spaß, im Wildpark spazieren zu gehen und die jungen Wildschweine beim Spielen oder auch bei einem Schläfchen zu beobachten. Es sind 15 borstige Jungtiere, die das Gehege unsicher machen, mit ihren Steckdosennasen das frische Grün durcheinanderbringen und mit den Hüfchen scharren. Die schlauen Tiere haben sich bald an die Zweibeiner gewöhnt und stöbern gut gelaunt über das Gelände.

Aber was immer die zuweilen noch tollpatschigen Schweine auch finden - geknabbert wird nix. Ob Früchte, Eicheln oder Wurzeln: Nichts ist besser, als sich an die Muttersau zu kuscheln und Milch zu trinken. Bis zu zwei Monate säugt die Sau ihren Nachwuchs, der erst einmal nicht in feste Nahrung beißt. Daher lassen die Frischlinge auch die Mitbringsel der menschlichen Besucher links liegen.

Düsseldorf: Die Tiere des Wildparks Grafenberg FOTO: Andreas Bretz

Gut für die Sau, für die es deshalb mehr zu fressen gibt. Die Besucher nämlich dürfen die Wildtiere gern füttern - jedenfalls, wenn einige Regeln eingehalten werden. Wildschweine sind zwar Allesfresser und würden alles wegmampfen, was sie finden - sie sollen es aber nicht. Die Tierpfleger vom Wildpark schreiben vor, dass auf der Schweinespeisekarte ausschließlich Rohkost stehen darf. Möhren, Kohlrabi, Kartoffeln, Äpfel und auch Kastanien sind Leckereien, die Besucher den Tieren gerne geben dürfen, sofern ein gewisses Maß eingehalten wird. Wenn nämlich mal Obst oder Gemüse liegen bleiben und faulen, würden es die Tiere später dennoch fressen - und ordentliche Bauchschmerzen kriegen.

Absolut verboten sind Nudeln und Brot, weil diese Speisen zu viele Kohlehydrate enthalten und für nicht nur für die Wildschweine nicht geeignet sind. Und auch Süßigkeiten sollten sich die Besucher auch besser selbst schmecken lassen.

Die jungen Wildschweine werden in den nächsten Wochen auch ihre etwa 100 Mitbewohner kennenlernen. Da schauen Rehe vorbei, Füchse können mal "Guten Tag" sagen, und die Hasen wünschen eine "Gute Nacht". Fasane und Rebhühner bleiben ein wenig auf Abstand, während Waschbären sehr viel neugieriger sind. Waschbären übrigens bieten trotz ihres Namens keine Fellreinigung. Sie heißen Waschbären, weil sie mit ihren Pfoten gefundenen Kastanien oder Eicheln im Wasser von Schmutz befreien und das ein bisschen so aussieht, als würden sie sich die Pfoten waschen

Der Wildpark Grafenberger Wald, ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Hunde dürfen nicht mitgenommen werden. Der Wildpark ist über den Haupteingang, Rennbahnstraße 60, zu erreichen. Es gibt in der Nähe einen großen, gebührenfreien Parkplatz. Es fahren auch die Stadtbahnen U73, U83 und 709 bis Haltestelle Auf der Hardt, von dort ist es noch ein etwa 15-minütiger Spaziergang. Mehr Details im Internet unter www.duesseldorf.de/stadtgruen

Quelle: RP
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