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Düsseldorf
Wo Düsseldorfs Hunde leben

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Düsseldorf. In der Stadt leben über 20.000 Vierbeiner. Spitzenreiter ist der Stadtbezirk fünf, wo jeder achte Haushalt einen Hund hat. Von Sonja Schmitz.

Neulich auf dem Parkplatz von Schloss Mickeln: Eine junge Frau mit weißem Audi-Coupé steigt aus, öffnet die Heckklappe und strahlt erwartungsvoll. Strahlt wie eine glückliche Mutter, die ihr Baby aus dem Maxi-Cosi holt. Doch aus dem Kofferraum springt eine weiße Englische Bulldogge, die sich sichtlich über den bevorstehenden Ausflug zum grünen Himmelgeister Rheinbogen freut.

Mehr als 20.000 Hunde leben in der Landeshauptstadt, und wer auch nur einige Besitzer kennt, weiß, dass der Hund oft ein wichtiges Familienmitglied oder auch ein Lebensbegleiter ist. Entsprechend stark war bislang die Unterstützung der Hundehalter im Rat. Fast zwei Millionen Euro an Hundesteuer fließen in die städtische Haushaltskasse. Vor zweieinhalb Jahren hatte es Bestrebungen gegeben, die Hundesteuer von 96 auf 132 Euro zu erhöhen und damit Mehreinnahmen von etwa 600.000 Euro zu erzielen. Dies entspreche dann dem NRW-Durchschnitt, hieß es. Selten wurde ein Vorstoß so einmütig abgelehnt.

Tag des Hundes: Die schönsten Fotos unserer Leser FOTO: Facebook/Stephi Pietsch

In den ländlichen Stadtteilen im Norden Angermund, Wittlaer, Kalkum, Lohausen und Stockum hält sogar jeder achte Haushalt einen Hund. Die meisten Hunde allerdings leben im Düsseldorfer Süden im Stadtbezirk 9 (Benrath, Urdenbach, Itter, Himmelgeist, Wersten, Hassels und Reisholz). Und wer meint, dass die Innenstadt kein gutes Pflaster für Hunde ist, der sieht das anders als die Halter von mehr als 1800 Vierbeinern, die in der City, Derendorf, Golzheim und Pempelfort leben. Denn selbst wer mit seinem Haustier am Hauptbahnhof lebt, der hat es nicht weit zum Haifa-Park, wo er gleich viele zwei- und vierbeinige Kollegen trifft. Um den Kampfhund mit dem Namen Adolf, samt Herrchen, die man dort einige Zeit lang treffen konnte, machen die meisten lieber einen Bogen.

Zwar hat die Stadt 32 Auslaufplätze für Hunde eingerichtet, aber besonders beliebt sind sie bei den Hundehaltern nicht. Mit Flächen um die 200 Quadratmeter seien sie zu klein, so die Kritik. Wenn die Halter ihre Hunde von der Leine lassen wollen, dann kommen dazu nur die Oberkasseler Rheinwiesen und das rechtsrheinische Rheinvorland außerhalb des Naturschutzgebiets in Frage. So kann man bei gutem Wetter am Wochenende beispielsweise unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke auf der rechten Rheinseite um die 40 Hunde herumtollen sehen.

Soziologen könnten dort ihre Studien treiben: Welche Menschen welche Hunderassen halten und welchen Namen sie ihnen dann geben, ist immer wieder aufschlussreich. Wer seinen Australien Shepherd Diego Sanchez nennt, hat sich schließlich Gedanken gemacht. Andere wählen es schlichter, wie die Halter von Fox-Terrier Sam oder Rauhaardackel Mäxchen. Die Polizeihunde erkennen aufmerksame Beobachter selbst in Zivil. Sie strahlen auch in ihrer Freizeit großen Ernst aus. Ein Hund mit staatlichem Auftrag muss schließlich jederzeit einsatzbereit sein. Und dann sind da noch die Gespräche der Hundehalter, die manch einer meidet, weil es wie auf dem Kinderspielplatz zugeht: Impfungen, Krankheiten und die Ernährung werden dann mit großem Ernst diskutiert. Hundefutter aus dem Supermarkt? Oh nein, Bio-Frischfleisch ist angesagt.

Quelle: RP
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