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Düsseldorf
Wohlfahrtsverbände fordern mehr Berater für Flüchtlinge

Düsseldorf. Die Liga der Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände fordert, dass erheblich mehr Stellen zur Beratung anerkannter Flüchtlinge und Zuwanderer eingerichtet werden. Sie sollen neu Zugewanderten das Ankommen in der Gesellschaft erleichtern. "Arbeitgeber und Öffentlichkeit beklagen den langsamen Fortschritt bei der Integration der neu Zugewanderten", sagt Thorsten Nolting, Diakoniepfarrer und in diesem Jahr der Sprecher des Zusammenschlusses von Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Der Paritätische sowie der Jüdischen Gemeinde. "Anstatt die Menschen frühzeitig zu informieren und zu motivieren, werden sie in vielen Fällen alleine gelassen", kritisiert Nolting. "Das muss sich dringend ändern."

Zur Integration benötigten die Menschen dringend und zeitnah Informationen über ihre Möglichkeiten, Rechte und Pflichten, so Nolting. Dies sei bislang nicht gegeben. Laut den Richtlinien des Bundesamtes für Migration liege der angemessene Schlüssel für das Verhältnis von Beratern und Fällen bei 1 zu 50. Derzeit betreue ein geförderter Berater in Düsseldorf aber im Schnitt 363 Fälle. Zahlreiche Menschen könnten deshalb nicht ausreichend beraten werden.

Der Grund sei, dass die Düsseldorfer Migrationsberatungen für Erwachsene durch die stark gestiegene Zahl von Flüchtlingen erheblich mehr Anfragen verzeichne. Dabei seien die Kapazitäten bereits vor der hohen Zahl von anerkannten Flüchtlingen erschöpft gewesen. Waren es 2015 noch 681 anerkannte Flüchtlinge, die eine solche Beratungsstelle aufsuchten, sind es im September 2016 bereits 1251, und die Tendenz ist weiter steigend.

Allerdings ist die Zahl der Berater nicht in gleichem Maße gestiegen, kritisiert die Liga. Zwar seien die Bundesmittel für das laufende Jahr um zehn Millionen Euro erhöht worden. Das bedeute für Düsseldorf jedoch nur eine Vollzeitstelle mehr in der Migrationsberatung. Vorher gab es knapp acht Stellen, nach der Erhöhung neun. Dazu kämen drei Stellen, die Träger der einzelnen Verbände aus Eigenmitteln aufgestockt haben. Die Wohlfahrtsverbände fordern mehr Unterstützung von der öffentlichen Hand.

(arl)
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