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Düsseldorf
Wohnideen für Flüchtlinge

Düsseldorf. Düsseldorfer Verein prämiert Arbeiten von Architektur-Studenten. Eine wird bald umgesetzt.

Nicht nur in Düsseldorf ist Wohnraum für Flüchtlinge ein schwieriges Thema. Jetzt sind Lösungsideen von Architektur-Studenten der Peter Behrens School of Arts ausgezeichnet worden.

Zum vierten Mal hat der Architekten- und Ingenieurverein Düsseldorf (AIV) einen Förderpreis verliehen, und zum ersten Mal ist er an gleich zwei Projekte gegangen, die beide den Fokus auf die Unterbringung von Flüchtlingen legen. Lena Longerich widmete sich dabei dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Flüchtlinge und sozial schwache Menschen in Großstädten. Sie hat deshalb eine Siedlung aus Wohnkomplexen entworfen, mit mehr als 200 Wohneinheiten, jede zwischen 20 und 120 Quadratmetern groß, mit Räumen zum Rückzug und Plätzen für gemeinsame Aktivitäten, mit Kita, Familienzentrum, Waschsalon und einer Bibliothek. Die Siedlung hätte auf der Fläche von etwa zwei Fußballfeldern Platz, konkret an der Stelle der provisorischen Flüchtlingsunterkunft im Nordpark zwischen Stockum und Golzheim. "Eine sehr einfache Konstruktion mit einfachen Mitteln", präsentierte Longerich ihre Idee.

Die nannte der AIV-Vorsitzende Dieter Schmoll "sehr lebhaft und unkonventionell". Simpler Holzbau in hoher Qualität, viele Möglichkeiten auf relativ geringem Raum - die Idee der angehenden Architektin hat die Jury beeindruckt. Ebenso wie das Projekt von Till Grützner, Marius Maier und Ansgar Krajewski. Sie haben eine Lösung für Flüchtlinge und auch für Bewohner des Slums Baraka in Dakar, der Hauptstadt Senegals, erarbeitet: Wohnquartiere mit Wohneinheiten für bis zu 700 Menschen, bestehend aus Modulen, die je nach Familiengröße erweitert werden können.

Die verwandtschaftliche Situation sei bei den Bewohnern des Slums laut Marius Maier oft unübersichtlich. "Als wir vor Ort waren, hat uns ein Mann ganz stolz von seinen drei Frauen und 14 Kindern erzählt", sagte der Student. Er und seine Kommilitonen haben - wie Lena Longerich - die Bedürfnisse der Bewohner in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Verschiebbare Wände, freie Flächen, die genutzt werden können, kleine Fenster mit Klappläden als Schutz vor der aggressiven Sonne in Westafrika.

Nicht nur das war ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury des AIV. "Der Entwurf hat ebenfalls einen Preis bekommen, weil er so einfach umzusetzen ist", sagte Vereinschef und Architekt Schmoll. Und die Umsetzung des Projekts ist ebenfalls geplant: Wohl Ende 2016 oder Anfang 2017 soll der Entwurf der Düsseldorfer Studenten Realität werden.

(kat)
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