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Düsseldorf
Zahl der Zwangsräumungen auf niedrigem Niveau

Düsseldorf. Die Fachstelle für Wohnungsnotfälle hilft Mietern bei Rückständen, um eine drohende Obdachlosigkeit zu vermeiden.

Hohe Schulden, viele unbezahlte Rechnungen - wer dann noch die Miete nicht mehr regelmäßig bezahlt, dem droht eine Räumungsklage. 41 Düsseldorfer wurden im Jahr 2016 vom Gerichtsvollzieher aus ihrer Wohnung geschmissen. Im Vergleich mit 16 anderen Großstädten steht die Landeshauptstadt aber noch gut da, wie die Stadt nun in einer Mitteilung bekannt gibt.

In Düsseldorf wird bezogen auf die Gesamtzahl der Einwohner nur halb so viel für die Übernahme von Mietrückständen aufgewendet wie im Städtedurchschnitt. Die Kosten der einzelnen Mietschuldenfälle liegen aufgrund des hohen Mietpreisniveaus hinter Köln und München an dritthöchster Stelle.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche führt die relativ geringe Zahl der Fälle auf die vorbeugenden Maßnahmen zurück. Die Fachstelle für Wohnungsnotfälle, die Mieterbüros und die Servicebüros beraten Betroffene frühzeitig. Rund 50 Prozent der Wohnungsnotfälle werden noch vor der Einreichung einer Räumungsklage erreicht. "Vor allen die Beratung vor Ort trägt zu diesem guten Ergebnis bei", sagt Hintzsche. Die Mieter- und Servicebüros werden in Düsseldorf dort angeboten, wo die Wohnsituation schwierig ist. Die Beratungsstellen in Flingern, Mörsenbroich, Wersten, Garath und Heerdt kooperieren mit den dort ansässigen Wohnungsanbietern, und in Absprache mit den Betroffenen wird Kontakt aufgenommen.

Gemeinsam werden Zahlungsvereinbarungen getroffen und die Mietzahlungen gesichert. Wenn gewünscht, wird bei der Beantragung von sozialen Leistungen geholfen. Im Einzelfall werden auch Mietrückstände übernommen, um Obdachlosigkeit zu vermeiden.

Wer von Mietschulden, einer Wohnungskündigung, Räumungsklage oder Zwangsräumung betroffen ist, sollte sich so schnell wie möglich beraten lassen. Die zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Amtes für Soziales ist telefonisch unter 8994477 zu erreichen. Auf der Internetseite www.duesseldorf.de/soziales sind die Mieter- und Servicebüros unter "Beratung und Information bei drohendem Wohnungsverlust" veröffentlicht. Fast alle Städte haben für die kommunale Aufgabe der Wohnraumsicherung Beratungsstellen eingerichtet. Während einige Städte erst aktiv werden, wenn die Räumungsklage über das Gericht beim Sozialhilfeträger eingeht, verfolgt Düsseldorf die Strategie, möglichst frühzeitig bei Wohnproblematiken einzuschreiten. Je frühzeitiger im Verlauf eine Intervention erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, die Ursprungswohnung durch vermittelnde Gespräche mit dem Vermieter oder durch Übernahme von Mietschulden zu erhalten oder aber alternativen Wohnraum zu finden.

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