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Düsseldorf
Zahnarzt verklagt Schützen nach Sturz auf Kirmes

Düsseldorf. Ein Fahrradsturz eines Zahnarztes (56), der vor rund einem Jahr nahe der Kaiserswerther Kirmes einen Bruch des Kiefergelenks erlitt und einen Schneidezahn verlor, beschäftigt seit gestern das Landgericht. Der Mediziner fordert per Zivilklage von der St. Sebastianus Schützen-Bruderschaft als Veranstalter rund 26.000 Euro. Seine Aussichten dürften aber gering sein, so die Richterin. Der Arzt war damals vormittags an der Kirmes vorbeigefahren und beim Abbiegen mit dem Vorderrad an einer Kabelbrücke weggerutscht, hatte sich beim Sturz das Kinn aufgeschlagen.

Er könne seit einem Jahr nicht in ein Brötchen beißen, weil er den Mund nicht weit genug öffnen könne, so der Kläger. Der Schützenbruderschaft, die nach eigenen Angaben "seit Jahrhunderten" an dieser Stelle ihre Feste abhält, weist den Klage-Vorwurf zurück, wonach eine Verletzung der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht vorgelegen habe. Die Richterin sprach von einem "misslichen Unglück". Denn der Kläger hätte gerade angesichts der dort stets nur zeitweise aufgebauten Kirmes mit Kabelbrücken für Versorgungsleitungen der Kirmesstände rechnen müssen, die auch quer über den Weg verlaufen.

"Das erhöhte seine eigene Sicherungspflicht", betonte sie und kündigte dem Kläger an: "Sie werden hier wohl leer ausgehen." Da ein Vergleich nicht zustande kam, will sie Ende Juni ein schriftliches Urteil vorlegen. Der Chef der Bruderschaft lud den Zahnarzt immerhin zur kommenden Kirmes ein. "Dann komme ich aber zu Fuß, nicht mit dem Rad", so der Kläger lächelnd.

(wuk)
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