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Zur 1000. Folge
Zehn Fakten zum Düsseldorfer Tatort

Erinnern Sie sich an den Düsseldorfer Tatort?
Erinnern Sie sich an den Düsseldorfer Tatort? FOTO: WDR/K. H. Vogelmann
Düsseldorf. Die Krimiserie erlebt morgen ihre 1000. Folge. 15 Episoden der Reihe kamen aus der Landeshauptstadt - mit vielen deutschen Filmstars, späteren Tatort-Ermittlern, der echten und einer falschen Queen sowie einer überraschenden Namensgleichheit. Von Christian Herrendorf

1. Berühmter Vorgänger Es gab einmal eine Zeit ohne Schimanski. 1991 erklärte Götz George seinen Abschied, der von ihm gespielte Duisburger Kommissar quittierte eindrucksvoll wie pathetisch den Dienst. Der WDR musste den Tatort neu vergeben und entschied sich für die Landeshauptstadt.

2. Macken des Kommissars Die Hauptfigur der hiesigen Serien-Teile hieß Bernd Flemming. Der Mann lebt im Düsseldorfer Umland auf einem Bauernhof und pflegt dort einige seiner Eigenarten. Er lauscht dem Gesang der Vögel, freut sich, dass er eines seiner Hühner so dressiert hat, dass es jeden Tag ein Ei aufs Fensterbrett legt und bewahrt seinen braunen Cordanzug durch lebenserhaltende Maßnahmen vor dem verdienten Platz im Altkleidercontainer.

3. Viele Gast-Stars Martin Lüttge hat in seinen sechs Dienstjahren als Hauptkommissar Flemming mit einer Menge bekannter Kollegen zusammengearbeitet: Uwe Ochsenknecht war der letzte Fahrgast eines ermordeten Taxifahrers, Heiner Lauterbach spielte den Inhaber einer Wucherzinsen-Kreditvermittlung. Armin Rohde kam als Pfleger in "Die Frau an der Straße" ins Bild, Katja Flint bestätigte diverse Vorurteile über Düsseldorf in der Rolle einer Modedesignerin, die in Paris lebt, aber gerade ihre Kollektion in der Landeshauptstadt vorstellt. Maria Schell führte als Äbtissin ein Kloster, in dem eine junge Nonne schwanger wird, und Udo Kier gab höchst authentisch einen Arbeitsvermittler, der junge Frauen aus Osteuropa für Sex-Geschäfte anwirbt.

4. Auftritte späterer Tatort-Ermittler Die Figur des Kölner Kommissars Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ist in einigen Düsseldorfer Folgen als junger Ermittler zu erleben. So weit, so bekannt. Aber auch die spätere Frankfurter Tatort-Protagonistin Andrea Sawatzki war am Rhein zu erleben, und das sogar zwei Mal. In "Unversöhnlich" war sie die Schwiegertochter eines entführten Industriellen, und in "Die Frau an der Straße" eben diese.

5. Die echte und die falsche Queen Eine der weniger rühmlichen Sequenzen stammt aus "Tod eines Wachmanns". In dem Fall geht es um entwendete Baupläne, die - wie sich später herausstellt - mit einem Anschlag auf die Queen in Zusammenhang stehen. Die Original-Monarchin ist auf einigen Aufnahmen aus den Nachrichten zu sehen, für weitere Szenen wurden dann sehr leicht zu erkennende Doppelgänger von Königin und Königinnen-Limousine eingesetzt.

"Tatort": Die Kommissare feiern die 1000. Krimi-Folge FOTO: dpa, ahe fgj

6. Der Quoten-Absturz Die Düsseldorfer Tatorte starteten gut. Die erste Folge "Der Mörder und der Prinz" verbuchte am 17. Mai 1992 einen Marktanteil von 34,5 Prozent und 14,09 Millionen Zuschauern, der Spitzenwert folgte ein halbes Jahr später mit "Tod eines Wachmanns", der es auf 42,9 Prozent beziehungsweise 14,26 Millionen Zuschauer brachte. Mitte der Neunziger gingen die Quoten deutlich nach unten. Die Folge am Neujahrstag 1996 sahen nur 5,35 Millionen Zuschauer, das bedeutet in der Liste der bislang 999 Tatort-Folgen Platz 928.

7. Wiederholungstäter in den Filmcrews Die Düsseldorfer Folgen hatten eine durchaus treue Macherschaft. Mehr als ein Dutzend Kameraleute, Drehbuchautoren und Regisseure bringt es auf mindestens zwei Episoden. Unerreichte vier Einsätze mit Kommissar Flemming erlebten Regisseur Ulrich Stark und Kameramann Manfred Ensinger.

8. Nebeneffekt: Nostalgie Der hiesige Tatort ist nicht gerade üppig an der frischen Luft gedreht worden. Szenen im Polizeipräsidium (am Hauptbahnhof!) sowie in den Wohnungen der Verdächtigen und sonstigen Betroffenen dominieren die jeweils knapp 90 Minuten. Zumindest in Nebenrollen ist aber auch das Düsseldorf der Neunziger zu erkennen: der Derendorfer S-Bahnhof, die Bolkerstraße, das linke Rheinufer und der Tausendfüßler.

9. Die Namens-Doppelgängerin Neben den genannten Drehorten gibt es noch eine andere Verbindung zu Düsseldorf. Zum Team von Hauptkommissar Flemming zählt auch eine junge Ermittlerin, die genau denselben Namen trägt wie die heutige Flüchtlingsbeauftragte der Landeshauptstadt: Miriam Koch.

10. Nochmal gucken Es vergeht ja eigentlich kein Tag in dieser Republik, an dem nicht in mindestens einem dritten Programm ein Tatort gezeigt wird. Die Düsseldorfer Folgen erfreuen sich dabei leider erschütternd geringer Berücksichtigung. Doppelter Trost: Rund um Rosenmontag stehen zumindest für die Karnevals-Episode "Der Mörder und der Prinz" die Chancen gut. Und auf Youtube sind viele Flemming-Folgen zu finden.

Quelle: RP
 
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