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Düsseldorf
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Die verschiedenen Fahrradtypen
Die verschiedenen Fahrradtypen FOTO: Nicole Kampe
Düsseldorf. Fahrradfahren ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt große Fahrräder und kleine, alte und neue, Fahrräder, die auf Handtaschengröße zusammengeklappt werden können und solche, die ein halbes Vermögen kosten. So verschieden die Fahrräder sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die auf dem Sattel sitzen. Von Nicole Kampe

Susanne Meisenbach vom Fahrradhaus Garath kennt sie alle. Seit 25 Jahren verkauft sie im Düsseldorfer Süden gemeinsam mit ihrem Mann Dirk Zweiräder. Inzwischen ist auch die 25 Jahre alte Tochter im Unternehmen, und sie hat einen ganz neuen Trend für sich entdeckt.

Der Retro-Typ Eigentlich hatte Nele Meisenbach immer ein Hollandrad, mit großem Sattel und breitem Lenker. Vor zwei Jahren dann kramte die 25-Jährige das alte Rennrad aus dem Keller, "weil das total gut rollt", wie sie findet. Die Retro-Typen unter den Radlern probieren gern was aus, "so wie Nele", sagt Mutter Susanne. "Und sie sind flippig."

Der City-Radler Sie machen die wohl größte Gruppe der Radfahrer aus - das geht beim Schüler los und endet bei der Oma, die nicht mehr mit Auto fahren will. City-Radler steigen besonders gern aufs Hollandrad, weiß Susanne Meisenbach. "Gerade sitzen wollen die City-Radler, und sie fahren eher kurze Strecken." Zum Einkaufen, ins Yoga-Studio, zur Arbeit - sofern die Ziele nicht zu weit weg liegen. Die meisten City-Räder haben einen breiten, gemütliche Sattel und sind mit Körbchen ausgestattet. "City-Radler sind Stadtleute, die im Stadtteil leben und im Stadtteil bleiben", sagt Meisenbach. Zumindest, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. So wie Zsofia Farkas. Sie hat nicht viel Geld ausgegeben für ihr City-Rad, aus Angst, dass es gestohlen werden könnte. Praktisch und bequem musste es aber sein, mit Gepäckträger, damit die 30-Jährige auch mal etwas transportieren kann. "Ich mache eigentlich alles mit dem Fahrrad", sagt Farkas. Ein bisschen sei es auch Sport für sie. An der einen oder anderen Stelle hat Farkas' Rad Macken, über den Sattel muss sie eine Tüte stülpen. "Das Fahrrad ist eben vintage", sagt sie, "so wie ich."

Der Exot Ein bisschen vintage, ein bisschen retro, vor allem aber cool ist der Exot. Eigentlich war Vera Schneiders Fahrrad ein Geschenk an ihren Mann. Der versteckte den Cruiser allerdings in der Garage, "da hab' ich das Rad einfach genommen", sagt die 42-Jährige. Gerne ist sie unterwegs mit dem Gefährt, und - wie der Name des Modells schon sagt - cruist damit durch die Straßen. Keine Langstrecken, aber ein paar Kilometer schafft Schneider schon. Ausgefallen ist nicht nur der Cruiser sondern auch die Frau, die darauf sitzt. Immer für einen Spaß zu haben, flippig und modern - sogar ihr Outfit mit den Biker-Stiefeln passt zum Rad. Bald muss Vera Schneider den Cruiser abgeben - schweren Herzens -, kaputt sei er. Von der Stange wird das nächste Fahrrad aber nicht sein, "ich bekomme eins aus der Fahrradmanufaktur", einen Exoten, ganz sicher, der zu Schneider passen muss.

Der Sportliche Aktiv, unternehmungslustig, naturverbunden - all das macht den Trekking-Radler aus. "Gerne unternimmt er auch mal mehrtägige Touren", sagt Susanne Meisenbach. Mit Zelt und Gepäck auf dem Rücken geht es über Stock und Stein. Über 30 ist der klassische Trekking-Fahrer, umweltbewusst dazu. "Trekking-Räder verkaufen wir sehr oft", sagt die Expertin aus Garath. Ein Trekking-Rad hat auch Paul Dümpelmann. "Ich bin aber eher unsportlich", erzählt der 62-Jährige, für den das Rad ein Gebrauchsgegenstand ist. Zur Arbeit fährt er damit, dann muss er nicht auf Parkplatzsuche. "Wenns regnet, nehme ich aber das Auto." Sein Fahrradhändler hat ihm das Modell empfohlen, für die Stadt ist es gut. Ein City-Typ ist der 62-Jährige also, "große Touren mache ich wohl eher nicht damit", sagt Dümpelmann.

Der E-Biker Faulpelze sind E-Biker keineswegs, im Gegenteil: "Für viele ist das Rad ein Autoersatz", sagt Meisenbach. Vor allem Familien würden in der Regel nur noch ein Auto besitzen. "Hier im Süden gibt es einige, die mit dem E-Bike bis in die Stadtmitte radeln zur Arbeit", erzählt die Händlerin. Das spart Geld, ist umweltbewusst, und die lästige Suche nach einem Stellplatz fürs Auto fällt weg. Und irgendwann wechseln auch City-Radler, Sportliche und Retro-Typen in die E-Bike-Kategorie, weiß Meisenbach. "E-Bikes sind sehr beliebt bei Älteren, die gern noch mit dem Rad unterwegs sind, sich aber nicht mehr so viel bewegen können oder wollen."

Quelle: RP
 
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