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Düsseldorf
Zeit zu zweit für Ehepaare

Düsseldorf: Zeit zu zweit für Ehepaare
Gaby und Dieter Klages aus Oberkassel sind seit zehn Jahren zusammen und haben dann vor sechs Jahren geheiratet - mit dem Dinner hat Gaby Klages ihrem Mann eine Überraschung bereitet. "Es soll eine bewusste Zeit, ein Abend ganz für uns sein." Dieter Klages zeigt sich gespannt. FOTO: Anne Orthen (ort)
Düsseldorf. Theologin Simone Twents organisierte das "Dinner for Two" im Maxhaus in der Altstadt. Insgesamt kamen 20 Paare zum Erlebnisabend, um zusammen zu essen und vor allem miteinander zu sprechen. Von Nadine Baltes (Text) und Anne Orthen (Fotos)

Eine halbe Stunde, bevor die Paare kommen, wird im Maxhaus noch gewerkelt. "Es haben sich heute noch spontan fünf Paare angemeldet, daher stellen wir weitere Tische in den Raum und müssen natürlich schauen, wie wir sie am besten stellen", sagt Simone Twents. Die Theologin freut sich, dass sich insgesamt 20 Paare für das "Dinner for Two" angemeldet haben. Die Tische sind nicht zu weit auseinander und auch nicht zu nah gestellt. "Das ist wichtig, damit sich die Paare auch auf sich selbst konzentrieren, sich gut unterhalten können", sagt Simone Twents, die für das Programm im Maxhaus zuständig ist.

Gerhard und Ulrike Plessing aus Überlingen am Bodensee sind seit 38 Jahren verheiratet. Sie besuchen ein befreundetes Paar in Düsseldorf. Ihr Ehe-Geheimnis: "Wichtig für uns, dem Partner nicht nur Freiheiten zu schenken und ihn zu schätzen, sondern ihn auch bei seinen Aufgaben, Zielen bewusst zu fördern und zu stärken." FOTO: Anne Orthen (ort)

Die Tische sind für das Viergangmenü eingedeckt, Rosenblätter und Kerzen sorgen für Romantik. Die Deckenleuchter werden gedimmt. "Wir verstehen diesen Abend als Beitrag zum Gespräch und zur Zeit zu zweit in Ehe und Beziehung. Das macht Partnerschaften stark", sagt Burkhard Bruns, der mit seiner Frau Heike (die beiden sind seit 18 Jahren verheiratet) zum siebten Mal durch den Abend führt. "Wir erleben das selber so und möchten im Maxhaus die Möglichkeit geben, einen schönen Abend als Paar zu erleben." Jedes Dinner sei anders, fügt Heike Bruns hinzu, gleich bleibt nur der grundsätzliche Ablauf: Zwischen den Gängen gibt das Ehepaar Bruns den anderen Paaren kurzweilige kleine Impulse, die zum Nachdenken und Austausch anregen sollen. "Als Grundlage für ein Gespräch", so Heike Bruns. Dafür liegen auch auf jedem Tisch drei Umschläge, die zwischen den Gängen geöffnet werden sollen, und in denen die Impulse erläutert werden. "Sich zurückerinnern an das Kennenlernen, dann daran, was man an der anderen Person schätzt, und was sich das Paar künftig vornimmt", sagt Simone Twents.

Elisabeth und Kurt Schneider aus Oberrath sind seit 31 Jahren verheiratet, das "Dinner for Two" schenkte Kurt Schneider seiner Frau zum Geburtstag. "Wichtig für eine lange und glückliche Ehe: Tolerant sein, immer versuchen, miteinander zu reden, Kompromisse eingehen gehört auch dazu, offen dem anderen gegenüber zu sein." FOTO: Anne Orthen (ort)

Alle Paare werden vom Ehepaar Bruns begrüßt, suchen sich dann einen Tisch aus. Pianist Withold Miksik sorgt am schwarzen Flügel für musikalische Untermalung. Vor dem ersten Gang erzählen die Bruns den Gästen eine Geschichte über ein leeres Marmeladenglas, das mit unterschiedlichen Dingen gefüllt wird - Tischtennisbällen, Steinen, Sand. Sie soll zeigen, was wichtig ist und was nicht. "Die Tischtennisbälle stehen für die Familie, den Partner, gute Freunde und Gesundheit", erzählt Bruns. "Und wenn zuerst der Sand, der für die vielen unwichtigen Dinge steht, ins Glas geschüttet wird, finden die Tischtennisbälle dadurch keinen Platz mehr." Wie auch oft die wichtigen Dinge im Leben verdrängt werden - daher müsse man auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben achten. Den Fokus auf das Wichtige zu legen - im (beruflichen) Alltag sei das nicht immer einfach. "Wir versuchen immer, einen Abend in der Woche für uns als Paar freizuhalten und miteinander zu verbringen", sagen Gerhard und Ulrike Plessing aus Überlingen am Bodensee, die beim Dinner dabei sind. "Es ist ein schöner Abend, können wir nur empfehlen", sagen beide mit einem Lächeln, dann vertiefen sie sich wieder ins Gespräch.

Nach dem Viergangmenü können die Paare, wenn sie wollen, für ein abschließendes Gebet in die Maxkirche gehen. Viele Kerzen im Klostergang beleuchteten den Weg vom Maxhaus in die Kirche.

Quelle: RP
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