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Düsseldorf
Zeitzeuge besucht die Mahn- und Gedenkstätte

Düsseldorf. Der letzte noch lebende Zeitzeuge aus der Dauerausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte, Wolfgang Kannengießer, hat aus Anlass seines 90. Geburtstages zusammen mit Angehörigen die Gedenkstätte besucht. Leiter Bastian Fleermann empfing den Gast. Kannengießer repräsentiert in der Ausstellung das Kapitel "Das katholische Milieu und der Jugendwiderstand der Messdiener". Er wurde am 22. September 1926 in Düsseldorf geboren. Mit seinen Eltern und den Brüdern Johann und Leo lebte er in einer Wohnung an der Franklinstraße. Die katholische Familie lebte ihren Glauben aktiv, betete vor den Mahlzeiten.

Der Vater, ein Koch, hatte die Söhne immer gewarnt: "Wenn der Hitler drankommt, dann gibt's Krieg." Das war der Grund, warum Kannengießer nie der Hitlerjugend beitreten wollte. Auf die Provokationen der HJ, die Gottesdienste mit Aufmärschen und Trommelmusik störte, reagierte er mit "Sabotageakten": "Am Schloss Jägerhof, dem Sitz von Gauleiter Florian, stand ein großer Schaukasten, in dem immer das Hetzblatt ,Stürmer' hing. Eines Abends haben wir ein Plakat gemalt mit dem Christus-Zeichen und drunter geschrieben: 'Uns rufet die Stunde'", erinnert sich der Jubilar.

(jj)
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