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Düsseldorf
Zoff nach dem CSD auf einer Abschlussparty

Düsseldorf. Nach dem CSD soll ein Türsteher im Stahlwerk einen Gast mit schwulenfeindlichen Äußerungen beleidigt haben. Anschließend soll er einen Zeugen des Vorfalls geschlagen haben. Der Sicherheitsdienst schildert den Fall ganz anders. 

Bunte Parade, fröhliche Show und eine szenige Abschlussparty - so lief der Christopher Street Day, mit dem am Wochenende Schwule und Lesben in Düsseldorf der gewalttätigen Übergriffe auf Homosexuelle an der New Yorker Christopher Street gedachten. Am Morgen danach schienen die Ereignisse von 1969 zumindest einem Gast aktueller denn je: Ausgerechnet beim Mandanzz, der After-Show-Party im Stahlwerk, will er Zeuge homophober Beleidigungen durch einen Türsteher geworden sein, der ihn auch geschlagen habe.

Er sei zu Boden gegangen, habe sich dabei an seinem Glas verletzt, das beim Sturz zerbrochen war, berichtete der Mann im Internet und fügte ein Foto seiner blutigen Hand bei, das sich im Netz rasch verbreitete - und mit ihm die Empörung über den Türsteher und die Organisatoren des CSD. Die appellierten am Montag  vergeblich, bis zur Aufklärung des Vorfalls "den Ball flach" zu halten: Empörte Nutzer zogen bereits Vergleiche zwischen dem Vorfall und den brutalen Hetzjagden auf die Schwulenparaden in Sankt Petersburg.

Die Polizei bestätigte , dass am frühen Sonntagmorgen ein Mann auf der Ronsdorfer Straße einen Streifenwagen gestoppt und Anzeige gegen einen Türsteher erstattet habe. Der Sicherheitsdienst sei zu dieser Zeit nicht mehr am Stahlwerk gewesen, wohl aber zwei Männer, die mit der Demontage der Aufbauten beschäftigt waren. Sie berichteten den Beamten, dass der offenbar stark alkoholisierte Mann das Ende der Feier nicht habe akzeptieren wollen und eine halbvolle Weinflasche über die zwei Meter hohe Mauer aufs Stahlwerk-Gelände geworfen habe. Die Flasche ging ins Leere, nur ihr Inhalt ergoss sich über einen der Männer.

Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung gegen den Türsteher. Der Mann, den er beleidigt haben soll, ist nicht bekannt. Der Sicherheitsdienst sei seit Jahren bei CSD-Partys im Einsatz, Beschwerden habe es nie gegeben, heißt es beim CSD-Team. Dort will man ein persönliches Gespräch zwischen den Betroffenen vermitteln und hofft, dass die heftige Debatte nicht den eigenen Ruf beschädigt: "Wir dulden keine Homophobie."

(sg)
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