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Düsseldorf
Zoll findet 286 illegale Waffen

Düsseldorf: Zoll findet 286 illegale Waffen
Ausgestopfte Tiere wie die Grüne Meerkatze und die Monokelkobra zählen zu den vom Zoll sichergestellten illegal einführten Gegenständen am Flughafen genauso wie zahlreiche Waffen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Ein Großteil der sichergestellten Drogen am Flughafen kommt mit Reisenden aus Curaçao nach Düsseldorf. Von Sonja Schmitz

Das Interesse der Bürger an Waffen wächst. Das bekommen auch die Zollbeamten am Flughafen zu spüren. Zu den beliebten Urlaubsmitbringseln aus Dubai zählen derzeit Taschenlampen und Handys mit eingebautem Elektroschocker. "Die Leute sagen sich: ,Die nehme ich mal mit, die kriege ich zu Hause nicht'", sagt Brond-Hendrick Böttcher, Leiter der Zollkontrolle am Flughafen. In Deutschland gibt es diese Waffen aus gutem Grund nicht: Sie sind illegal. Wer sie einführt, macht sich strafbar. "Jugendliche sind sich nicht darüber im Klaren, dass sie dann einen Eintrag ins Strafregister bekommen. Das macht sich nicht gut bei der Bewerbung", sagt Böttcher. Insgesamt 286 illegale Waffen stellten die Zollbeamten im vergangenen Jahr bei Reisenden am Flughafen sicher. Ausgestopfte exotische Tiere, die unter Artenschutz stehen, werden nach wie vor von Reisen mitgebracht. Die Zollbeamten gehen deshalb in Zoos, um aufzuklären und zu sensibilisieren.

Düsseldorf: Diese tierischen Souvenirs zieht der Zoll ein FOTO: dpa, fg lof

Bei ihren stichprobenartigen Kontrollen lassen sich die 167 Zöllner im Reiseverkehr von ihrer Erfahrung leiten - so auch bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität. Häufig fündig werden sie bei Reisenden aus Curaçao, was daran liegt, dass Düsseldorf einer von zwei Flughäfen in Europa mit einer Direktverbindung zu der Karibikinsel ist. Erst gestern Morgen entdeckten die Beamten mit Hilfe eines Spürhundes in einem doppelten Boden eines Koffers 2,3 Kilogramm Kokain. Im gesamten vorigen Jahr stellte der Zoll am Flughafen 86 Kilogramm Kokain im Verkehrswert von 6,6 Millionen Euro sicher. Wenn die Kuriere als Bodypacker unterwegs sind, also die Drogen in ihrem Körper transportieren, dann spielten sich gelegentlich Dramen am Flughafen ab. Zum Beispiel, wenn eine junge Mutter mit Kindern des Drogentransports überführt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt der Zollkontrollen am Flughafen ist der Schmuggel von teurem Goldschmuck. Rund 42 Kilogramm stellten die Zöllner im vergangenen Jahr sicher. Vor allem Reisende in und aus der Türkei fallen durch Goldschmuggel auf. Die Anbieter von Billigreisen in die Türkei schleusen die Urlauber durch Geschäfte und Fabriken, um sie zum Kauf von Leder- und Goldwaren zu animieren. Oft mit Erfolg. Außerdem ist der Goldschmuck ein beliebtes Geschenk für Hochzeiten. Bei den mehr als 1500 Straf- und Bußgeldverfahren, die 2015 nach Kontrollen am Flughafen eingeleitet wurden, richtet sich ein Großteil gegen Goldschmuggler.

Juni 2015: Schmuggelfund am Düsseldorfer Flughafen FOTO: Zoll

Ebenfalls auf dem Vormarsch ist laut Böttcher die illegale Einfuhr von Arzneimitteln. Dabei transportierten meist Reisende aus Osteuropa große Mengen ohne Beipackzettel und Verpackung - anders als es das deutsche Arzneimittelrecht vorsieht. Dabei handelt es sich bei vielen Produkten um Fälschungen.

Schließlich ist der Zoll auch zuständig für die Bekämpfung der Schwarzarbeit sowie der illegalen Beschäftigung. "Wir haben die Zollverwaltung neu ausgerichtet", erklärt Klaus Hermann Fiedler, Leiter des Düsseldorfer Hauptzollamts. So habe man im vergangenen Jahr 30 Prozent weniger Prüfungen veranlasst, dafür mehr Zeit in die Ermittlung und effizientere Strafverfahren investiert. Entsprechend ist die Summe der Geldstrafen von Urteilen und Strafbefehlen um gut 20 Prozent auf 843.000 Euro gestiegen. Die Summe der erwirkten Freiheitsstrafen lag mit 42 Jahren um 19 Prozent höher.

Quelle: RP
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