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Kolumne Auf ein Wort
Zu Beginn der zweiten Halbzeit

Düsseldorf. Wäre das Jahr ein Fußballspiel, so begänne heute die zweite Halbzeit. Gelegenheit also, die Taktik zu variieren und sich neu aufzustellen.

Erinnern Sie sich noch an die guten Vorsätze, mit denen Sie in das Jahr gestartet sind? Einige werden eingeschlagen, andere sich zerschlagen haben, und manches mag noch in der Schwebe sein. Oft machen uns die Dinge des Lebens einen Strich durch die Rechnung. Das gilt für jeden einzelnen von uns ebenso wie für unsere Stadtgesellschaft. Denken sie an den Straßenkarneval, der im Frühjahr wetterbedingt in die Passionszeit wandern musste. Oder an die Hilfe für Flüchtlinge, die ein steter und hoffentlich nicht versiegender Quell der Improvisation ist.

Auch in unserem persönlichen Alltag hangeln wir uns von einem Krisenmanagement zum nächsten. Vielleicht haben Sie sich mehr Ruhe und Muße vorgenommen, und dann macht Ihnen einen Strich durch die Rechnung, dass doch immer irgendetwas zu besorgen ist. Oder Sie wollten beruflich kürzer treten, aber das Hamsterrad dreht sich unaufhaltsam weiter. Im Eifer des Gefechts geraten uns die großen und kleinen Pläne, die wir anfangs hatten, leicht aus dem Blick. Im Fußball gibt es deshalb nach der ersten Halbzeit den "Pausentee". Hier hat der Trainer die Chance, sein Team neu einzustellen. Und die Parole für die zweite Halbzeit auszugeben. Für Christenmenschen steht sie in diesem Jahr im 33. Kapitel des Buches Exodus: "Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will", spricht der Ewige zu Beginn dieses Monats.

Der Juli wurde in Deutschland früher auch "Honigmonat", "Honigmond" genannt. Die zweite Halbzeit des Jahres beginnt also mit den Flitterwochen. Wie gut! Wir können erst einmal loslassen und eine Hoch-Zeit feiern. Der Ewige selbst will uns seine Schönheit vor Augen stellen. Und wir können genießen, dass der Alltag Sommerruhe hat. Damit wir anschließend befreit, unverkrampft und überlegt in die zweite Jahreshälfte starten können. Vielleicht wäre das die optimale Taktik für die zweite Halbzeit.

Quelle: RP
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