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Verletzte bei Zusammenstößen in Düsseldorf
Polizei beendet Kurden-Demo wegen verbotener Fahnen

Kurden demonstrieren in Düsseldorf - Polizei schreitet ein
Kurden demonstrieren in Düsseldorf - Polizei schreitet ein FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf . Bei einer Demonstration von Kurden in Düsseldorf ist es am Samstag zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Vorzeitig beendet wurde die Kundgebung durch die Beamten allerdings wegen des Zeigens von verbotenen Fahnen, die das Konterfei des PKK-Führers Öcalan zeigten.

Die Beamten hatten den Marsch mehrerer Tausend Kurden in der Innenstadt gestoppt, weil zahlreiche verbotene Fahnen mit dem Bild des PKK-Anführers Abdullah Öcalan gezeigt und auch nach mehrfachen Aufforderungen nicht eingerollt wurden. Polizisten seien mit Fahnenstöcken attackiert worden und hätten daraufhin Pfefferspray eingesetzt, sagte eine Polizeisprecherin.

Ein Sprecher der Demonstranten sagte, der Zug sei von der Polizei umstellt worden. Ein Polizeisprecher betonte dagegen, dass alle Teilnehmer jederzeit die Demonstration hätten verlassen können, sobald ihre Öcalan-Fahnen eingerollt gewesen seien. Laut Polizei wurden fünf Demonstranten in Gewahrsam genommen und bei mehreren weiteren die Personalien festgestellt.

Drei Polizisten schwer verletzt

Am späten Nachmittag erklärten die Veranstalter die Demonstration für beendet, wie ein Sprecher mitteilte. Bis zum Abend blieb beim Abzug der Demonstranten alles friedlich. Zu der Veranstaltung waren deutlich weniger als die ursprünglich erwarteten 25.000 Teilnehmer gekommen.

Solange strafbare Handlungen wie das Zeigen von Öcalan-Abbildungen begangenen würden, sei es nicht möglich gewesen, den Zug weiterzulassen, sagte die Polizeisprecherin.

Um 17 Uhr wurde die Versammlung durch die Leiterin der Demonstration vorzeitig für beendet erklärt. Die bis dahin verbliebenen rund 3000 Teilnehmer verließen den Versammlungsort zu Fuß sowie mit Reisebussen. Insgesamt wurden drei Polizeibeamte schwer und neun leicht verletzt. Laut Polizei wurden zwei Teilnehmer der Demo leicht verletzt. Neun Menschen wurden in Gewahrsam genommen, unter anderem ein 34-jähriger Mann, der nach dem Schuss mit einer Zwille per Videoaufzeichnung identifiziert und wenig später festgenommen werden konnte. Es wurden zahlreiche Strafverfahren eingeleitet, meldete die Polizei.

Am Freitagabend hatte das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen im Eilverfahren die gängige Rechtspraxis ausdrücklich bestätigt, dass Demonstranten keine Fahnen oder Transparente mit Öcalan-Abbildungen zeigen dürfen (Az.: 15 B 1371/17). Die PKK ist in Deutschland, der EU und der Türkei seit langem als Terrororganisation eingestuft.

Mitte September hatte ein Kurden-Festival in Köln für Verärgerung der türkischen Seite gesorgt - unter anderem, weil viele Demonstranten Öcalan-Fahnen trugen. Der deutsche Botschafter in Ankara war daraufhin ins türkische Außenministerium zitiert worden.

In unserem Protokoll des Tages können Sie alle relevanten Vorkommnisse noch einmal nachlesen.

(felt/lnw)
 
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