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Düsseldorf
Zwangsabstieg für Radfahrer am Fortuna-Büdchen

Baustelle am Fortuna-Büdchen bremst Radfahrer
Baustelle am Fortuna-Büdchen bremst Radfahrer FOTO: Schrader
Düsseldorf. Eine Baustelle schränkt den Platz am Fortuna-Büdchen am Joseph-Beuys-Ufer ein. Zwischen Kiosk und Mäuerchen wird es eng, Radfahrer müssen absteigen. Die Düsseldorfer lassen sich von dem Gewusel aber nicht nerven. Von Lisa Schrader

Den Sommer genießt der Düsseldorfer gern am Fortuna-Büdchen. Die Sonne im Gesicht, den Blick auf den Rhein gerichtet, Bier, Eis oder die Bockwurst im Brötchen in der Hand. Ganz abgesehen davon, dass das Büdchen Kultstatus hat, gibt es rundherum nicht allzu viele Möglichkeiten, an Speis und Trank zu kommen. Daher ist die Schlange lang und wird immer länger, je mehr Menschen kommen, um den Feierabend bei einem kühlen Getränk zu genießen.

Und neuerdings ist es noch enger, denn zwischen Büdchen und Joseph-Beuys-Ufer wird gebaut, das Büdchen bekommt eine neue Wasserleitung. Ein Bagger steht neben Absperrungen und Containern, kein Durchkommen mehr. Fahrradfahrer, Fußgänger und die Müßiggänger mit Bier begegnen sich nun auf dem schmalen Streifen zwischen Kiosk und Mäuerchen. Der Bitte auf dem Schild "Radfahrer bitte absteigen" kommen die Menschen auf den Zweirädern widerwillig nach. An einer Laterne hängt ein Wahlplakat, das ein neues Verkehrskonzept für die Stadt verspricht.

"Wenn man rasen will, muss man woanders fahren."

Irgendwie kommt sich hier jeder mit jedem in die Quere, die Laune aber verdirbt es keinem. "Hier ist doch immer noch genug Platz, wenn jeder ein bisschen rücksichtsvoll ist", sagt Rainer Wezel. "Wenn man rasen will, dann muss man woanders fahren." Wezel genießt zusammen mit Bruno Reble das verdiente Bier nach einer 60-Kilometer-Tour auf dem Rennrad. "Hier ist es sehr quirlig, aber wir fühlen uns wohl", sagt Reble. Das Fortuna-Büdchen sei eine "1a-Adresse", eben weil es hier lässig und nicht so steif sei.

Nicht ganz so entspannt sieht es Pietro Meffe. Er bedient zusammen mit seinem Bruder die Kunden am Büdchen, räumt neue Getränke in die Kühlschränke und regelt Geschäfte am Telefon. "Das ist schon eine ganz schöne Einschränkung", sagt er zu den Bauarbeiten. Aber selbst verordnet sozusagen, schließlich wird die neue Leitung für das Büdchen verlegt. Bis zum Wochenende soll alles fertig sein, haben sie Meffe bei den Stadtwerken versprochen. Gerade rechtzeitig zum Büdchentag am Samstag also.

Ob das tatsächlich klappt, wird sich zeigen. Die Stadt teilte am Mittwoch mit, dass sich die Arbeiten bis zum Ende der nächsten Woche verzögern, "da die Leitung nicht dort lag, wo sie in den Plänen eingetragen war". Aber auch das würden die Düsseldorfer überleben.

 
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