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Rp-Serie Studium Und Ausbildung Im Neanderland (5)
Zwei Generationen, zwei Karrierewege

Rp-Serie Studium Und Ausbildung Im Neanderland (5): Zwei Generationen, zwei Karrierewege
Felix Lipke (l., 21) und Thomas Pröpper (48): Zwei Generationen, die zusammen arbeiten und sich gegenseitig Impulse geben. FOTO: A. Blazy
Düsseldorf. Ein Student und eine Führungskraft über das duale Studium, Sichern des Top-Nachwuchses und den Einfluss der Wirtschaft. Von Uwe Reimann

Thomas Pröpper hat vor mehr als 20 Jahren ein klassisches Studium mit dem Informatik-Diplom abgeschlossen. Dann der große Schritt "in den Beruf": Pröpper begann als Organisationsprogrammierer bei einer Düsseldorfer IT-Firma. Nach Unternehmenswechseln verbunden mit Schritten auf der Karriereleiter ist der heute 48-Jährige jetzt Bereichsleiter Application Development beim Ratinger IT-Spezialisten MT AG. Eine Karriere. Vielleicht aber würde er heute Einiges anders machen. "Mein Einstieg in den Beruf, frisch nach dem Studium, war ein großer Bruch", sagt er. Vom theoretischen Lernen zum praktischen Arbeiten, darauf war Pröpper nur unzureichend vorbereitet. Heute würde er seine Karriere mit dem Beginn eines dualen Studiums planen. In wechselnden Theorie- und Praxisphasen lernen junge Menschen theoretisches Wissen sofort in Projekten in der Wirtschaft kennen und entwickeln es weiter.

"Das war der Grund, warum ich an der FHDW in Mettmann begonnen habe zu studieren", sagt Felix Lipke. Der 21-jährige Student der Wirtschaftsinformatik, Schwerpunkt Software Engineering, lernt in Seminaren und Kursen in Mettmann, dann arbeitet er bei der MT AG in Projekten mit. Geschätzt, gefordert, aber auch immer noch von den "alten Hasen" wie Pröpper angeleitet und gefördert. "Das duale Studium ist die Zukunft", sagt Pröpper. Deshalb arbeitet die MT AG seit 2011 mit der FHDW zusammen.

"Wir haben schnell gemerkt, dass dies der absolut richtige Weg ist und mit der FHDW exzellent klappt", sagt Pröpper. Acht junge Frauen und Männer arbeiten und studieren im Doppelpack jedes Jahr bei MT. So lasse sich der Top-Nachwuchs frühzeitig ans Unternehmen binden mit der Hoffnung, dass sie dort ihre Karriere zumindest starten. Der immens wachsende Fachkräftemangel und der "War of Talents" machten das nötig, weiß Pröpper.

Deshalb suche man junge Leute, die wissen, was sie wollen. Die, die sich schon früh mit den Themen beschäftigen, am besten schon als Jugendliche. "Ich möchte nicht erleben, dass ein Student nach einem Jahr aufhört, weil es ihn doch nicht interessiert oder zu sehr fordert", sagt Pröpper. Die Investition in den frühzeitigen Aufbau eines Mitarbeiters soll sich rechnen. Den Headhunter können wir uns so vielleicht sparen, sagt er.

Lipke ist gegenüber solchen Aufgabegedanken immun. "Schon früh als Realschüler und im Berufskolleg glimmte das Interesse für Informatik. "Ich baute da schon die Webseite für meine Eltern." Bei MT "durfte ich sofort mitmachen, war wegen meiner Fertigkeiten geschätzt und wuchs an meinen Aufgaben". Diese Begeisterung gilt es zu stärken, sagt Pröpper und verweist auf einige der bisherigen FHDW-Studierenden, die bei ihnen aufgebaut worden seien und nun zum Expertenstamm des Unternehmens gehören.

Die vier Jahre Kooperation mit der FHDW will er nicht missen. Man habe in Austausch mit der Fachhochschule viele Ideen, Vorschläge und Inhalte aus dem Unternehmen an die FHDW gegeben. Auch so blieben die Dozenten auf der Höhe des Firmenalltags, die Nähe zum Unternehmen steigere die Qualität der Lehre.

"Ich habe nicht gedacht, dass ich so schnell in das Unternehmen hineinwachse", gibt Lipke zu. Er lerne nicht nur, er leiste vom ersten Tag an auch etwas für die Firma. Das hatte Pröpper 2011 zu Beginn der FHDW-Kooperation nicht erwartet. "Wir waren eigentlich ein wenig blauäugig." Man dachte an ausbilden, doch schnell merkten Pröpper und seine Mannschaft, dass "wir deren Ausbildung am besten wertschätzen, wenn wir ihnen Aufgaben geben". Die sie dann oft genug gelöst haben.

Quelle: RP
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