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Düsseldorf
Zwei Rocker wegen Erpressung vor Gericht

Düsseldorf. Ein vages Gerücht genügte, um einen Familienvater (36) zum Erpressungsopfer zu machen. Das wurde gestern beim Landgericht deutlich, als zwei Ex-Rocker der Hells Angels (38/25) auf die Anklagebank mussten, begleitet von einem Kumpel (24). Die beiden Ex-Rocker hatten nur "gehört, dass der Familienvater vermögend sein soll" - und schon forderten sie im Sommer 60.000 Euro von ihm. Laut ihren Geständnissen drohten sie, sie würden ihm sonst den Kopf einschlagen, seine Hunde umbringen, ihn beruflich ruinieren, seine Familie attackieren und die Arbeitsstelle seiner Frau verwüsten. Dafür steht das Trio seit gestern unter Anklage.

Drei Termine hat das Gericht dafür reserviert, doch in Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigern könnte das Urteil auch viel früher fallen. Denn bei Geständnissen dürfte, so der Deal, der Hauptangeklagte mit maximal dreieinhalb Jahren Haft rechnen, seine Nachbarn auf der Anklagebank sogar mit einer Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren. Der jüngste Angeklagte (24) gab an, er sei von den Kumpels nahezu erpresst worden, um mitzumachen, sonst würde auch seine Familie von den Ex-Rockern bedroht. Immerhin hatte auch das 36-jährige Hauptopfer die Drohungen der beiden Angeklagten so ernst genommen, dass er bis heute kaum wagt, seine Wohnung zu verlassen. Dabei hatte er nur arglos herumerzählt, er wolle mit Hilfe seiner Schwiegereltern demnächst für 260.000 Euro ein Haus kaufen. "Es sprach sich rum, dass er vermögend wäre", also habe man ihm mit Drohungen und Schlägen Geld abknöpfen wollen, so der Hauptangeklagte. Er ließ über seinen Anwalt ausrichten, er habe sich von dem Erpressungsgeld selbstständig machen wollen - um dann auch genug Geld für seine Drogensucht zu haben.

(wuk)
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