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Duisburg
25 Jahre Köhler-Osbahr-Sammlung im Stadtmuseum

Duisburg. Je ein amtierender wie ehemaliger Oberbürgermeister (Link und Krings), Kulturdezernent (Krützberg und Dr. Schilling) und Museumsdirektor (Dr. Sommer und Dr. Tromnau) waren neben weiteren rund 80 Gästen zugegen, als jetzt das 25-jährige Bestehen der Sammlung Köhler-Osbahr im Kultur- und Stadthistorischen Museum gefeiert wurde. Von Olaf Reifegerste

Im Zentrum der Veranstaltung standen ein Rückblick auf 25 Jahre der Sammlung, vorgetragen von Ex-Museumsdirektor Dr. Gernot Tromnau, sowie ein Ausblick auf die Zukunft dieses Ausstellungsbestandes durch die derzeitige Direktorin, Dr. Susanne Sommer. Musikalisch umrahmt wurden die Wortbeiträge vom Blockflötenensemble "Dialoghi-Quartett", die in diesem Jahr Preisträger der Folkwang Universität der Künste Duisburg für den musikalischen Nachwuchs der Köhler-Osbahr-Stiftung im Bereich Kammermusik wurden.

Es war der 17. November 1990 als die einzigartige Kollektion des Ehepaares Dr. Herbert W. Köhler (1919-2001) und seiner Frau Ingeborg Köhler-Osbahr (1919-2002) mit Exponaten aus vielen Hochkulturen der Welt ihren Besitzer wechselte. Noch bevor das neue Kultur- und Stadthistorische Museum am Johannes-Corputius-Platz im Innenhafen eröffnet war, wurde die Sammlung Köhler-Osbahr mit seinen etwa 500 antiken Kunst- und Gebrauchsgegenständen einschließlich Schmuck sowie rund 70.000 Münzen und anderen Zahlungsmitteln einer neuen Bestimmung übergeben.

"Kommunalpolitisch war dieser Akt seinerzeit nicht unumstritten", erinnerte Oberbürgermeister Sören Link in seiner Begrüßung. "So manch einer glaubte nämlich, dass sich der langjährige Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Eisen- und Stahl und CDU-Bundestagsabgeordnete, Dr. Köhler, damit in Duisburg sein eigenes Denkmal setzen wollte. Doch das Gegenteil war der Fall", so Link weiter. "Denn Werte, gleich welcher Art, hatten für Dr. Köhler immer eine besondere Bedeutung." Und, fügte seinerseits Hans Jürgen Kerkhoff als Vorstandsvorsitzender der Köhler-Osbahr-Stiftung in seinem Grußwort hinzu, diese außergewöhnliche Münz- und Antikensammlung habe von Anfang an weit mehr als nur materielle Werte vermittelt. Sie hätte schnell die Funktion übernommen, kulturelle Perspektiven zu eröffnen und Orientierung zu geben - frei nach dem Motto: "Weg mit den Heimatgedanken und hin zu einer Beschäftigung mit der globalen Welt."

Dr. Tromnau ließ 25 Sammlungsjahre Revue passieren, die zugleich auch mit dem Wandel des Museums einhergingen: nämlich dem Wandel vom einstigen Niederrheinischen Heimatmuseum im Kantpark zum neuen Kultur- und Stadthistorischen Museum im Duisburger Innenhafen. Dabei bediente er sich Fotoaufnahmen aus jener Zeit, auf denen auch die anwesenden Josef Krings, seinerzeit Oberbürgermeister, und Dr. Konrad Schilling, damaliger Kulturdezernent, zu sehen waren. Mit der Sammlung Köhler-Osbahr und der über Gerhard Mercator hätte das neue Stadtmuseum zwei bedeutende Dauerausstellungen in ihre Obhut übernommen, lautete das Fazit von Dr. Tromnau.

Die heutige Direktorin, Dr. Sommer, war zu jener Zeit noch wissenschaftliche Volontärin am Museum, erhielt dann aber eine Festanstellung und später die stellvertretende Leitung des Kulturinstituts übertragen. Nach 25 Jahren wiederhole sich dieser Vorgang, sagte sie, insofern die bisherige wissenschaftliche Volontärin Dr. Andrea Gropp nun die verantwortliche Museumsmitarbeiterin der Sammlung Köhler-Osbahr geworden ist. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind das im nächsten Jahr beginnende Kunstvermittlungsprojekt "Schüler führen Schüler" in Verbindung mit der Globus-Gesamtschule am Dellplatz sowie die digitale Bestandserfassung aller Exponate der Sammlung Köhler-Osbahr, insbesondere was den großen Bestand indischer Münzen betrifft. Hierzu soll demächst ein entsprechender Katalog herausgegeben werden, so Dr. Sommer.

Quelle: RP
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