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Duisburg
26. Duisburger Musikpreis für "Martin-Schläpfer-Licht"

Duisburg. Gestern wurde im Großen Saal im Theater der 26. Musikpreis der Stadt Duisburg in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung verliehen. Oberbürgermeister Sören Link und der Stiftungs-Vorsitzende Hans Jürgen Kerkhoff übergaben die Urkunde an Martin Schläpfer, seit 2009 äußerst erfolgreicher Ballettdirektor der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Nach Hans van Manen (einem von Schläpfers Vorbildern, 2004) und Pina Bausch (2008) ist Schläpfer der dritte Choreograph, der den Duisburger Musikpreis erhielt. Von Ingo Hoddick

In seiner Laudatio ging der renommierte Musikjournalist Manuel Brug aus vom typischen "Schläpfer-Sprech" einer "Mischung aus Deutsch, natürlich mit Ostschweizer Akzent, sowie Royal Ballet und Royal Winnipeg Englisch" und schlug dann den Bogen von dem Jugendlichen, der mit Eiskunstlauf begann - was teilweise den artistisch-zirzensischen Aspekt seiner Tanzkunst erkläre -, bis zu dem heutigen Schläpfer, dieser sei inzwischen "einer der bedeutendsten Choreographen der Welt". Brug beschwor jenes ebenso sanfte, wie unerbittlich klare "Martin-Schläpfer-Licht", das er auf seine Umwelt und seine Mimenschen ausstrahle, das aber auch oft auf seiner Bühne zu sehen sei. Schläpfer bedankte sich mit der Feststellung, dies sei einer der Höhepunkte seiner bisherigen Laufbahn und der Abschluss eines Lebensabschnitts.

Sodann verteidigte er vehement das Theater als Gegenwelt als "Thermometer der Gesellschaft", das er immer mehr bedroht sieht durch starre Strukturen: "Bald darf man auf einer Bühne nichts mehr außer frei denken. Aber das kann ich auch draußen." Wenn er sich deswegen irgendwann so daneben benehme, dass es ihn hinaus schleudere, "dann kann ich immer noch zufrieden sagen: Ich habe den Duisburger Musikpreis erhalten."

Musikalisch beeindruckte an diesem Vormittag der Würzburger Akkordeon-Professor Stefan Hussong mit dem wilden "Highway for one", das die rumänisch-deutsche Komponistin Adriana Hölszky für ihn schrieb (für Schläpfer schuf sie das Ballett "Deep Field", das bislang nur in Düsseldorf lief) und den stillen "Dream", den John Cage für den Choreographen Merce Cunningham schrieb. Nicht zuletzt tanzte das Ballett am Rhein den "Donauwalzer" aus Schläpfers ironischem Wien-Ballett "Marsch, Walzer, Polka". Großer Beifall.

Quelle: RP
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