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Duisburg
350 Thyssen-Azubis in Brüssel

Duisburg: 350 Thyssen-Azubis in Brüssel
Bereits in aller Frühe bestiegen die Azubis den Bus, um zur Demonstration nach Brüssel zu fahren. FOTO: TKSE
Duisburg. Auszubildende waren bei der großen Demonstration dabei.

Es geht um die Zukunft der Stahlindustrie in Deutschland und Europa sowie zehntausender mit ihr verbundener Arbeitsplätze: Die Branche sieht sich durch Billig-Importe aus China massiv bedroht. Hinzu kommt die geplante Verschärfung des europäischen Emissionshandels. Durch diese Faktoren ist die Existenz der hiesigen Stahlhersteller grundsätzlich in Frage gestellt.

Um diese Gefahr gegenüber Politik und Öffentlichkeit deutlich zu machen, haben sich gestern rund 600 Auszubildende aus dem Stahlbereich von Thyssen an einer Demonstration in Brüssel beteiligt. Unter dem Motto "Die Jugend geht für ihre Zukunft auf die Straße!" reisten allein aus Duisburg mehr als 350 junge Leute in die belgische Hauptstadt. Begleitet wurden sie dabei von Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern aus den Verwaltungsbereichen von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Weitere Stahl-Azubis machten sich aus den Standorten Dortmund und Bochum sowie von Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach auf den Weg in die Stadt mit den wichtigsten, politischen EU-Institutionen.

Insgesamt nehmen über 5.000 Mitarbeiter aus der gesamten europäischen Stahlindustrie an dem Marsch in Brüssel teil. Dadurch wollen sie für fairen Handel, Wachstum und sichere Arbeitsplätze in Europa demonstrieren und zugleich gegen chinesische Dumping-Lieferungen auf dem europäischen Stahlmarkt und die Gewährung des Marktwirtschaftsstatus (MES) für China protestieren.

Die Duisburger Auszubildenden wurden unter anderem von Andreas Goss, TKSE-Vorstandsvorsitzender, begleitet. "Die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen gute, faire und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Die europäischen Stahlunternehmen bieten Zehntausende solcher Jobs und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme. Diese Arbeitsplätze müssen wir erhalten und dadurch den jungen Menschen eine sichere Zukunft bieten", so Goss auf der gestrigen Veranstaltung in der belgischen Hauptstadt. "Durch diese Aktion mit den Auszubildenden wollen wir unsere gemeinsamen Interessen unmissverständlich und nachdrücklich vertreten." Der Vorstandschef wies erneut auf die hohen Belastungen für das Unternehmen hin. Würde die Verschärfung des europäischen Emissionshandels wie geplant umgesetzt, kämen in der Handelsperiode von 2021 bis 2030 je nach Szenario zusätzliche Kosten zwischen 1,9 und 3 Milliarden allein auf Thyssen als größten deutschen Stahlhersteller zu.

Auf der vom europäischen Stahlverband Eurofer organisierten Kundgebung wurde zudem noch einmal deutlich, dass mit den chinesischen Stahl-Einfuhren schon jetzt wesentlich mehr CO2 nach Europa gelangt, als wenn der Stahl unter europäischen Standards produziert würde. "Auf diesem Weg importieren wir CO2 und exportieren Arbeitsplätze", kritisierte Goss.

Quelle: RP
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