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Duisburg
48 "JeKits"-Grundschulen in Duisburg

Duisburg: 48 "JeKits"-Grundschulen in Duisburg
Gitarrenunterricht in der Grundschule Friedenstraße in Hochfeld: So macht Schule richtig Spaß. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Vor acht Jahren startete das Programm "Jedem Kind ein Instrument". Nun beginnt ein Nachfolgeprogramm, das neben dem Instrumentalunterricht auch Tanzen und Singen umfasst. Die Kunst- und Musikschule ist Projekt-Partner. Von Peter Klucken

Musik ist eine Universalsprache. Sie bringt Menschen zusammen und erfüllt so eine wichtige Integrationsaufgabe. Und nicht zuletzt kann sie das Selbstwertgefühl von Menschen stärken, die auf anderen Gebieten nicht so viel leisten können wie von ihnen gefordert wird. Die Leiterin der Grundschule an der Hochfelder Friedenstraße, Karin Stephan, ist eine überzeugte Verfechterin des Programms JeKi, jedem Kind ein Instrument, das 2007 für das Ruhrgebiet entwickelt wurde.

Ihre Schule, an dem 319 Kinder unterrichtet werden, ist seit Jahren dabei. Und wie an den meisten anderen Schulen des Ruhrgebiets, wurden auch in Hochfeld gute Erfahrungen mit JeKi gemacht. Und das vor dem Hintergrund, dass an der Schule Friedenstraße fast 90 Prozent der Schüler aus Familien mit Einwanderungsgeschichte stammen. Und viele Hochfelder Familien sind auf Transferleistungen angewiesen.

Ursprünglich hat die Landesregierung das JeKi-Programm nur für das Ruhrgebiet vorgesehen - und zwar im Zusammenhang mit dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010. Nachdem sich gezeigt hat, dass das musische Angebot auf guten Resonanzboden stößt, hat jetzt die Landesregierung entschieden, das Angebot über das Ruhrgebiet hinaus auf das ganze Land Nordrhein-Westfalen auszudehnen. Das neue Programm, das nun gestartet wird, heißt nicht mehr JeKi, sondern JeKits, was bedeutet: Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen. 48 (von insgesamt 80) Grundschulen aus Duisburg nehmen an dem musischen Programm teil. Zurzeit laufen JeKi und JeKits noch parallel. Im Landesministerium hat man zwar die positiven Effekte des musischen Programms erkannt und es deshalb auf ganz NRW ausgedehnt, doch wurden die entsprechenden Gelder nicht erhöht.

Im Klartext heißt das: Das Programm JeKits - Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit 10,74 Millionen Euro jährlich gefördert. Diese Summe dient sowohl der Umsetzung des neuen Programms JeKits in Nordrhein-Westfalen ab dem Schuljahr 2015/16 als auch der Umsetzung der parallel auslaufenden Jahrgänge von "Jedem Kind ein Instrument" im Ruhrgebiet bis zum Schuljahr 2017/18.

Die Ausdehnung des Projekts auf das ganze Land bei gleichzeitiger Deckelung des Etats hat zur Folge, dass das JeKits-Programm nur noch eine zweijährige Laufzeit hat und nicht mehr wie bei JeKi über vier Jahre läuft. Allerdings hat der Duisburger Stadtrat ein von der Kommune unterstütztes Ergänzungsprogramm beschlossen, das JeKits plus heißt. Danach können Grundschüler mit Hilfe von Pädagogen der Musik- und Kunstschule noch zwei weitere Jahre an ihrer Schule musische Bildung bekommen.

Das neue JeKits-Programm ist folgendermaßen aufgebaut: Jede Grundschule entscheidet sich gemeinsam mit der Musik- und Kunstschule für einen der drei Schwerpunkte, also Instrumente, Singen oder Tanzen. In Duisburg entschieden sich 33 Schulen für den Schwerpunkt Instrumente, elf für den Tanz, vier für das Singen. Das Programm soll möglichst im zweiten Schuljahr starten. Das erste JeKits-Jahr bietet eine musikalische beziehungsweise tänzerische Grundbildung für alle Kinder, die an einer JeKits-Grundschule unterrichtet werden. Das Angebot ist Bestandteil des regulären Unterrichts und für die Schüler kostenfrei.

Das zweite JeKits-Jahr ist freiwillig und kostet im Monat zwölf , 17 oder 23 Euro, gestaffelt nach Singen, Tanzen und Instrumente. Das Duisburger Angebot JeKits plus kostet fünf Euro mehr. Eltern, die Transferleistungen beziehen, brauchen keine Gebühren für das JeKits-Programm zu bezahlen. Für das Duisburger JeKits-plus-Programm nur vier Euro monatlich.

Johanna Schie, Leiterin der Musikschule, hat die Erfahrung gemacht, dass durch das JeKi-Programm viele musikalische Talente entdeckt wurden. Vom nun aufgelegten JeKits-Programm erwartet sie das Gleiche. Etwa 5000 Grundschüler würden jährlich von dem musischen Angebot erreicht.

Quelle: RP
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