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Duisburg
A40-Brücke muss noch acht Jahre halten

Duisburg: Die Sperrung der A40-Brücke
Duisburg: Die Sperrung der A40-Brücke FOTO: dpa, rwe fdt
Duisburg. Der erste Teil der neuen Rheinbrücke Neuenkamp wird nicht vor Ende 2023 stehen, schätzt der Projektleiter. Dann wird die alte Brücke abgerissen. Der Bau des zweiten Teils der neuen Brücke dauert dann noch einmal rund vier Jahre. Von Sandra Kaiser

Die marode A 40-Rheinbrücke Neuenkamp muss noch gut acht Jahre durchhalten - mindestens. "Ende 2023, wenn wirklich alles glatt läuft", könnte die erste neue Brückenhälfte stehen und der Verkehr darüber fließen. Das sagte gestern Karl-Heinz Aukschun vor Bürgern in der Homberger Glückauf-Halle.

Der Diplom-Ingenieur ist der für den Brückenneubau zuständige Projektleiter bei der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Das Land NRW war 2014 der Berliner Projektmanagementgesellschaft beigetreten, um ihr Infrastrukturvorhaben übertragen zu können.

A40 - Darum ist die Pannen-Brücke kaputt FOTO: dpa, rwe htf

Die Deges hat mittlerweile eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und abgeschlossen - mit dem Ergebnis, dass es wohl noch ein wenig länger dauern wird, bis der Brückenneubau steht. NRW-Verkehrsminister Michael Grosckek und Nicole de Witt, Brückenexpertin beim Landesbetrieb Straßen NRW, hatten bei früheren Terminen vorsichtig von 2022 für die Fertigstellung der ersten Brückenhälfte gesprochen und von 2025 für die des kompletten Bauwerks.

Warum alles so lange dauert, hat vor allem bürokratische Gründe. Bis Juni 2016, so Aukschun, will die Deges beziehungsweise die von ihr beauftragten Ingenieurbüros mit der Entwurfsplanung fertig sein. Dazu gehören unter anderem Vermessungen sowie Kampfmittel-, Baugrund und Umweltverträglichkeitsuntersuchungen. Anschließend beginnt der Genehmigungsprozess auf Landes- und Bundesebene. Hier hofft man auf einen Abschluss Ende 2016, so dass Anfang 2017 das Planfeststellungsverfahren unter Beteiligung der Bürger und kommunalen Politik eingeleitet werden könnte. Mit einem Beschluss rechnet Aukschun nicht vor Ende 2018, Anfang 2019. "Im Laufe des Jahres 2019", so der Experte, könnten dann die Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben und "noch in 2019" mit dem Bau begonnen werden.

Wie bereits berichtet, soll die neue Brücke aus zwei Bauwerken mit vier Fahrspuren in jede Richtung bestehen. Laut Dr. Manfred Heß vom Ingenieurbüro Kocks Consult wird in einem ersten Schritt die erste Brückenhälfte neben die bestehende Brücke gebaut. Dann wird der komplette Verkehr auf das neue Bauwerk verlegt und die alte Brücke abgerissen. An deren Stelle wird dann der zweite Hälfte der neuen Brücke errichtet. Einen Zeitrahmen hierfür wollten die Ingenieure gestern noch nicht nennen. Aber kann, wie sie sagen, die erste Brückenhälfte frühestens 2023 stehen, muss Zeit für den Abriss eingeplant werden, bevor mit dem Bau der zweiten Brückenhälfte begonnen werden kann. Und dies wird dann noch einmal rund vier Jahre in Anspruch nehmen. Eine lange Zeit - aber diese Vorgehensweise ist laut Heß die einzige Möglichkeit, schließlich müsse der Verkehr auf dieser wichtigen Achse während der Bauarbeiten weiter rollen.

Fotos: NRW-Verkehrsminister Groschek besucht A40-Brücke FOTO: Christoph Reichwein

Die Ingenieure sind relativ sicher, dass der Neubau ebenfalls eine Schrägseilbrücke werden wird, allerdings mit zwei Pylonen je Fahrbahn. Dadurch, und weil es statt drei künftig vier Fahrspuren je Richtung geben soll, plus Standstreifen, wird das Bauwerk um einiges breiter werden: 66 Meter statt bisher 36,30 Meter.

Was die Fachleute noch nicht wissen: ob die Verbreiterung in Richtung Norden oder in Richtung Süden stattfinden wird. "Das ist jetzt die Gretchenfrage", sagt Heß. In beiden Fällen wird die Wohnbebauung in Essenberg betroffen sein. "Rutscht" die Brücke weiter Richtung Süden, kommt sie den Häusern in Neuenkamp und auch der dortigen Sportanlage näher als bisher. Alles Punkte, die bei der weiteren Planung in Betracht gezogen werden müssen. Eine Entscheidung ist hier noch nicht gefallen.

Im Planungsbereich liegt nicht nur die 777 Meter lange Rheinbrücke aus dem Jahr 1970, sondern der gesamte Bereich der A 40 zwischen den Anschlussstellen Häfen und Homberg. Er soll komplett achtspurig verlaufen, um dem erwarteten Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Laut Heß gibt es Prognosen für 2030, nach denen auf diesem Abschnitt ein durchschnittliches tägliches Aufkommen von 115 000 Fahrzeugen pro Tag erwartet wird; der Schwerverkehrsanteil wird demnach bei 14 Prozent liegen.

Nicht nur vier Fahrspuren in jede Richtung, sondern auch bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände sollen dem künftig Rechnung tragen. Heß ist sicher: "Sie werden zu einer merklichen Verbesserung gegenüber dem heutigen Zustand führen."

Quelle: RP
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