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Duisburg
A40-Brücke: Neu entdeckte Schäden sind dramatisch

Duisburg: Die Sperrung der A40-Brücke
Duisburg: Die Sperrung der A40-Brücke FOTO: dpa, rwe fdt
Duisburg. Die A40-Rheinbrücke Neuenkamp ist noch viel maroder als bislang angenommen. Wie Experten jetzt feststellten, gibt es nicht nur Risse in den Schrägstreben der Brücke selbst, sondern auch an den Hauptträgern.  Von Sandra Kaiser

Diese Risse, sagt Nicole de Witt, Brückenexpertin beim Landesbetrieb Straßen NRW, seien von außen nicht sichtbar; sie seien erst entdeckt worden, nachdem man Materialproben entnommen habe. De Witt versucht erst gar nicht zu beschönigen: "Diese Brüche im Hauptträger, die sich bei Überbelastung terrassenförmig ausbreiten, sind dramatischer als alles, was wir bisher hatten. Das Bauwerk ist eigentlich am Ende." Aber sie verspricht auch: "Wir tun alles, um es noch so lange aufrecht zu erhalten, bis die neue Brücke steht."

Was in den nächsten Wochen auf die Verkehrsteilnehmer zukommt, erläutert Andreas Raedt, Experte für Verkehrsführung bei Straßen NRW: Noch bis Ende des Monats bleibt die Rheinbrücke in Richtung Essen einspurig und für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Anfang Mai wird dann umgebaut, was ein paar Tage dauert. Dann wird die Brücke in Richtung Essen erneut zweispurig, Lkw werden wieder zugelassen. Dafür wird die Fahrtrichtung Venlo einspurig und für den Schwerverkehr tabu sein. Mindestens fünf Wochen werden die Schweißarbeiten an dieser Brückenseite dauern.

A40 - Darum ist die Pannen-Brücke kaputt FOTO: dpa, rwe htf

Großräumige Umleitungen, so Raedt, werden eingerichtet. Lkw, die aus Richtung Osten kommen, sollen schon am Kreuz Kaiserberg über die A 3 beziehungsweise am Kreuz Duisburg über die A 59 auf die A 42 fahren. Brummi-Fahrer, die doch weiterfahren, werden an der Anschlussstelle Duisburg-Häfen von der Polizei abgefangen und zurückgeleitet. Diejenigen, die zu den innerstädtischen Gewerbegebieten wollen, können abfahren. Ständig werden, wie derzeit an der Anschlussstelle Homberg, dann auch an der Anschlussstelle Häfen sechs Polizisten vor Ort sein, die garantieren, dass kein Lkw über die Brücke fährt und die Schweißarbeiten zunichte macht.

Womit jeder Pendler ab Anfang Mai also rechnen muss: mit einem Rückstau bis zum Kreuz Duisburg, mit Sicherheit teilweise auch bis zum Kreuz Kaiserberg. Denn das zeigen die Erfahrungswerte aus den vergangenen Wochen, als es sich hinter der Rheinbrücke aus Richtung Venlo eigentlich immer zwei, drei, zu Stoßzeiten auch mehrere Kilometer staute.

Fotos: NRW-Verkehrsminister Groschek besucht A40-Brücke FOTO: Christoph Reichwein

Spätestens ab Mitte des Jahres, hofft NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, soll der Verkehr auf der Rheinbrücke wieder ein beide Fahrtrichtungen zweispurig rollen - inklusive Lkw. De Witt kündigt aber jetzt schon an, dass es nach Bedarf am Wochenende Teilsperrungen geben werde. Die Brücke stehe unter ständiger Beobachtung.

"Das wird ein Jahrzehnt mit Instandhaltungsmaßnahmen und massiven Einschränkungen für den Verkehr", sagt Groschek. Aber man werde alles versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Deshalb hat sich gestern unter der Federführung von Regierungspräsidentin Anne Lütkes auch ein Koordinierungskreis Regionales Baustellenmanagement für den Raum Duisburg gegründet. "Wir wollen permanente Kommunikation, Transparenz und die Information nach außen verbessern, auch was andere Baustellen in NRW angeht", so Lütkes.

Marode Brücken, Straßen, Gleise: Hier geht NRW kaputt FOTO: dpa, frk kno frk fpt

So soll es eine Projektgruppe geben, die Google Maps und den Navigationssystem-Hersteller Tomtom kontaktiert. Lütkes: "Wir brauchen ein griffiges Informationssystem für Verkehrsteilnehmer, besonders für die Lkw-Fahrer."

Quelle: RP
 
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