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Absage mit Verspätung

Duisburg. Wird außer dem Investor in dieser Stadt jemand weinen, weil das FOC nun endgültig vom Rat gekippt werden soll? Wohl kaum. Mit jedem Monat mehr, in dem über das Factory Outlet Center auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle diskutiert wurde, sank die Zahl der Befürworter. Längst hätte die Stadtspitze die Reißleine ziehen müssen.

Sie macht es sich nun ziemlich leicht, wenn sie den Standpunkt einnimmt, dass der Investor nicht die erforderlichen Vorarbeiten erbringe bzw. erbracht habe. Störfallverordnung, Verkehrsgutachten - alles das stand fast von Anfang an im Fokus der Beratungen. Eine Lösung hätte längst erarbeitet werden können, wenn die Stadt tatsächlich Interesse an der Realisierung gehabt hätte. Oder war sie vielleicht nur nicht in der Lage, für dieses ambitionierte Projekt die richtigen Weichen zu stellen? Interessant ist auch, welche Antworten sie auf die Frage geben kann, was denn anstelle des FOC mit dem Gelände gemacht werden soll, auf dem die Rhein-Ruhr-Halle in sich zusammenfällt?

Und neugierig darf man auch sein, was die Stadt gedenkt, dem Eigentümer der Zinkhüttenplatzsiedlung zu sagen. Sie war für das FOC weitgehend leergezogen worden. Hat man die Diskussionen über den "giftigen" Nachbarn Grillo verfolgt, dann dürfte dort eigentlich überhaupt kein Mensch mehr wohnen. Es droht, dass der Duisburger Norden auf lange Zeit mit einer genau so hässlichen Visitenkarte zurecht kommen muss wie die Innenstadt mit dem Güterbahnhofsgelände.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
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