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Duisburg
Ärger über parkende Brummifahrer

Duisburg. Immer mehr Brummifahrer nutzen den Supermarkt-Parkplatz an der Straße Im Bonnefeld zum Rasten und Übernachten. Anwohner protestieren wegen des Lärms. Von Gabriele Beautemps

Eigentlich wohnt Heinz Schmitz in einer ruhigen Straße. Doch der Anwohner der Siedlerstraße ärgert sich zunehmend über 40-Tonner, die an seinem Garten, der zum Ehinger Berg liegt, vorbeifahren. Die Brummifahrer steuern den Parkplatz des Nettomarktes Im Bonnefeld an - um dort einzukaufen, zu rasten oder manchmal sogar zu übernachten. Schmitz und einige andere haben sich an den Mündelheimer Bezirksvertreter Wolfgang Schwerdtner gewandt. Die Anwohner wollen eine Zufahrtsbeschränkung für Lkw über 7,5 Tonnen. Der CDU-Politiker hat eine Anfrage an die Stadt gestellt. Das war im Mai 2013, passiert ist bis heute nichts. Die Fahrzeuge kommen vom Logport, vom neuen Audi-Logistikzentrum oder von HKM. "Es hat sich wohl bei den Fahrern rumgesprochen, dass man hier prima stehen kann", erklärt sich Schmitz den zunehmenden Lkw-Verkehr. In der Tat ist der Parkplatz großzügig bemessen, auch große Fahrzeuge können dort gut rangieren. Nicht nur der Lärm stört Schmitz, sondern auch der zunehmende Straßenverschleiß. "Ich sehe nicht ein, dass ich als Anwohner dann irgendwann zur Kasse gebeten werden, weil die schweren Laster die Asphaltdecke ruiniert haben", mokiert der Mündelheimer.

Wolfgang Schwerdtner kann den Ärger nachvollziehen. "Das ist hier schließlich ein Wohngebiet. Es kommt vor, dass die Lkw-Fahrer morgens um 5, wenn ihre Ruhezeit vorbei ist, den Laster anschmeißen und die ganze Nachbarschaft aufwecken. Außerdem gibt es auf einem Supermarktparkplatz keine Toiletten für die Fahrer, die dort übernachten".

Die Filialleiterin des Supermarktes stört sich bisher nicht an den Lkw. "Vereinzelt stehen Laster am Rande. Aber die haben noch nie Kundenfahrzeuge blockiert." Und auch über Müll oder sonstige Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern beschwert sie sich nicht. "Da gab es noch keine Beschwerden". Eine Zeit lang hatte sie nach Geschäftsschluss die Zufahrt zum Parkplatz durch eine Schranke versperrt.

Das bringt aber nichts, weil die Lastwagen dann über den Getränkemarkt nebenan auffahren. Der Markt steht seit über einem Jahr leer, eine Zufahrtsschranke gibt es dort nicht.

Die Rechtslage ist nicht ganz einfach. Denn natürlich müssen Lkw über 7,5 Tonnen auch weiter den Supermarkt beliefern können. Bezirksamtleiter Klein sieht keine Handhabe, die Straße für große Laster zu sperren. "Es liegen keine straßenbaulichen oder sonstigen Gründe vor", sagt Friedhelm Klein auf Nachfrage.

Schwerdtner, regt an, über neue Lösungen nachzudenken, etwa über einen Lkw-Parkplatz mit Sanitäranlagen in der Nähe und finanziert von der Industrie. "Wenn sich die großen Unternehmen wie HKM, Thyssen- Krupp und andere zusammentun, müsste so etwas doch zu stemmen sein", meint der Bezirksvertreter.

Quelle: RP
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