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Duisburg
Affenhitze macht auch Tiere träge

Duisburg: Affenhitze macht auch Tiere träge
Die Elefanten lieben es, wenn sie zur Abkühlung mal so richtig nass gemacht werden. Die Erdmännchen verkriechen sich, wenn's zu heiß wird, der Seelöwe nimmt ein Bad. Die Giraffe kommt halbwegs mit der Hitze klar. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Ein Bummel im Zoo ist wegen der vielen Bäume auch bei den derzeit hohen Temperaturen keine Qual. Zudem lasst sich jetzt gut beobachten, wie die Tiere mit 30 Grad und mehr umgehen. Von Lara Duyster

Duisburg schwitzt bei fast 36 Grad im Schatten. Wer eben konnte, suchte sich gestern ein schattiges Plätzchen oder ein kühles Fleckchen am Wasser. Doch viele Besucher zog es auch in den Zoo, wo sie selber schwitzten, aber auch beobachten konnten, wie Tiere mit der Hitze umgehen.

Meterlange Schlangen, Kinderwagenkolonnen und mit Bollerwagen bewaffnete Eltern waren am Eingang schon früh am Morgen zu sehen. Hinter dem Zaun herrschte unübersehbar Trägheit. Ob Dromedar, Luchs, Zebra oder Känguru - die meisten Tiere lagen faul im Schatten, um der Hitze zu entgehen.

Die Löwen schienen sogar ganz verschwunden zu sein - sie haben wohl als Zuchttiere die sehr viel größere afrikanische Hitze nie kennengelernt. Oder sie machen es ihren dort heimischen Artgenossen gleich, die oft an schattigen Plätzen stundenlang vor sich hin dösen.

Die meisten Exoten am Kaiserberg haben durchaus clevere Methoden, um die Hitzewelle leichter zu durchstehen. Die Elefanten benutzen ihre großen Ohren als Fächer, um sich Fliegen aber auch die Wärme vom Leib zu halten. Sie reiben sich mit flüssigem Lehm ein, der als Sonnenschutz fungiert. Denn genauso wie wir Menschen können die durchaus empfindlichen Dickhäuter einen Sonnenbrand bekommen.

Die Erdmännchen hingegen vergraben sich einfach in eines ihrer Erdlöcher, wenn es ihnen zu warm ist. Dort hinein dringt kein Sonnenstrahl, und die feuchte Erde verhilft zu einer Abkühlung. Um es den Tieren etwas leichter zu machen, sind auf zahlreichen Außenanlagen zudem Rasensprenger aufgestellt, die auch zur Bewässerung der Bepflanzung dienen.

Ob heiß oder kalt, gewohnt träge findet man die Koalas vor. Im Schatten hockend, fressen sie ihren Eukalyptus, der einen angenehmen Duft von sich gibt. "So faul, wie wir denken, sind Koalas gar nicht" erzählt Tierpfleger Thaller. "Sie brauchen aber 72 Stunden, um die Nahrung zu verdauen." Damit sind die kleinen Beutelbären so beschäftigt, dass sie kaum etwas anderes machen. Um sich dennoch vor den hohen Temperaturen zu schützen, besitzen Koalas ein Luftpolster am Fell. Durch das dringt weder Kälte noch Hitze.

Neben den Tieren scheint auch die Dynamik der Besucher unter den Temperaturen zu leiden. Die zunächst herum rennenden Kinder lassen sich im Boller- oder Kinderwagen kutschieren. Das Delfinarium ist bei diesen Temperaturen umso beliebter. Denn wenn die Meeressäuger im Wasser toben, bleibt kein Zuschauer trocken. Es sei denn, er hat sich einen Platz im oberen Teil der Sitzreihen gesichert. Wem ein nasses Hemd nicht reicht, der findet im Zoo viele Stände, an denen Erfrischungen verkauft werden. Drei Euro für einen halben Liter gekühltes Wasser sind zwar viel Geld, aber bei Temperaturen über 30 Grad schreckt das wenig. Aber auch wer sich Proviant mitgebracht hat, findet genug schattige Sitzplätze zum Picknicken. Ein Zoobesuch ist allerdings in Bezug auf den Eintritt deutlich teurer als einer im Freibad. Wer mit der ganzen Familie einen Ausflug plant, sollte das berücksichtigen und reichlich Bargeld mitnehmen.

Zwar kann an den Eingangskassen das Ticket (Erwachsenentarif 16.90 Euro, Kinder 9.90 Euro) mit Karte bezahlt werden, doch an den Shops und an den Erfrischungsständen nicht. Hier gilt das Motto: nur Bares ist Wahres. Auch wenn Duisburgs Sparkasse zu den großen Zoo-Sponsoren zählt, einen Geldautomaten findet man in der Anlage am Kaiserberg nicht - von keinem Geldinstitut.

Übrigens: Wer in den nächsten Tagen bei "Affenhitze" und Sonnenschein durch den Zoo marschiert, sollte in jedem Falle eines im Gepäck haben: Sonnenschutzmittel!

Quelle: RP
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