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Duisburg
Agentur rechnet mit mehr Arbeitslosen

Duisburg. Im September sank die Arbeitslosenquote auf 13,1 Prozent. Der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit geht allerdings für die kommenden Monate wegen der Flüchtlingswelle von einer gegenläufigen Entwicklung aus.

Die Arbeitslosenquote in Duisburg ist im September um 0,2 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent gesunken. Dennoch sind hier immer noch 32.401 arbeitsfähige Menschen ohne Job, 452 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum September des vergangenen Jahres sind es allerdings drei Prozent mehr. "Nach dem Ende der Ferienzeit erleben wir einen weiterhin robusten Arbeitsmarkt mit saisonal üblicher hoher Kräftenachfrage und sinkenden Arbeitslosenzahlen", zieht Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Arbeitsagentur Bilanz für September. Damals lag die Quote bei 12,8 Prozent.

Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, lag im vergangenen Monat bei 6617. Mit 15,5 Prozent ist die Unterbeschäftigungsquote im September gegenüber dem August um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Der aktuelle Wert liegt damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem September-Wert des Vorjahres mit 15,8 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen, so hat sich die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) um 0,1 Prozentpunkte verringert und liegt jetzt bei 2,0 Prozent (im September 2014 betrug sie 2,3 Prozent). Im Berichtsmonat waren 5062 Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 250 oder 4,7 Prozent weniger Arbeitslose als im August (5312).

In der Grundsicherung (SGB II) blieb die Arbeitslosenquote im September nahezu unverändert, sank gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,1 Prozentpunkte und liegt aktuell bei 11 Prozent. 27.339 Personen waren im September in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (August 27.541), 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Von den knapp 6000 neu gemeldeten Arbeitslosen im September waren 1652 vorher berufstätig, 1600 fanden wieder einen neuen Job. Das sind 46 oder drei Prozent mehr als im Vormonat. Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im September 6480 (minus 1,2 Prozent). Stellenzugang und -bestand sind nach Beobachtungen der Arbeitsagentur auch im September weiterhin auf hohem Niveau. Für Ulrich Käser zeigt dies, dass "die Chancen auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt weiterhin gut sind".

Erfreulich merkt er auch an: Im September sank die Jugendarbeitslosigkeit weiter. "Die jungen Menschen haben bei ausreichender Qualifikation gute Aussichten, schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. Ich rechne aber damit, dass die Zahlen in den nächsten Monaten nicht in der gewohnten Weise weiter sinken werden. Denn ein Großteil der jetzt einreisenden und nach Anerkennung in den Arbeitsmarkt kommenden Personen gehört in diese Altersgruppe", sagt Käser. Mit 2836 Personen waren im September 34 oder 1,2 Prozent weniger junge Leute von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als noch im August (2870). Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre sank ebenfalls und liegt aktuell bei 9023 (Vormonat 9115).

Im Berichtsmonat waren 10.346 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind acht oder 0,1 Prozent mehr als im Vormonat (10.338) und 1014 oder 10,9 Prozent mehr als im September des Vorjahres (9332). Käser: "In diesen Zahlen enthalten sind auch die Zugänge in Arbeitslosigkeit von in Duisburg gemeldeten Flüchtlingen. Im August waren dies 1807 Personen aus den zugangsstärksten Herkunftsländern. Gegenüber 1605 Personen im August 2014 verzeichnen wir hier einen Anstieg um 12,6 Prozent." Mit den Turbulenzen an den Hauptexportmärkten und dem großen Thema Integration stehe der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten vor zahlreichen Herausforderungen. Ulrich Käser betont aber: "Wir sind in beiden Rechtskreisen gut vorbereitet. Bei den aktuell laufenden Planungsprozessen für das Jahr 2016 werden wir entsprechende Weichenstellungen vornehmen. Dennoch, denke ich, werden wir im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen rechnen müssen."

(hch)
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