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Duisburg
Akzente 2018: Nie wieder Krieg?

Duisburg. Vom 3. bis 18. März dreht sich beim Kulturfestival alles um Krieg und Frieden.

Das Motto der 39. Duisburger Akzente, die vom 3. bis 18. März das Kulturleben in der Stadt prägen werden, heißt "Nie wieder Krieg?" Das wurde gestern vom Duisburger Festivalbüro bekannt gegeben. Das Festivalbüro möchte mit der Bekanntgabe des Mottos zugleich Projekte freier Kulturschaffender aus der Region initiieren. Projektvorstellungen und Förderanträge können deshalb ab sofort bis zum 15. Oktober an die Stadt Duisburg, Kulturbüro / Festivalbüro, z. Hd. Clemens Richert, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg, geschickt werden.

Zum Hintergrund des Akzente-Mottos: Mit dem Waffenstillstand vom Compiegne endete am 11. November 1918 der Erste Weltkrieg. 17 Millionen Menschen hatten seit 1914 ihr Leben verloren und rund 70 Millionen Menschen unter Waffen gestanden. Als Reaktion auf den Krieg entstand am 2. Oktober 1919 unter Mitwirkung von Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky eine neue pazifistische Organisation ehemaliger deutscher Soldaten, der "Friedensbund der Kriegsteilnehmer" (FdK). Der FdK initiierte im Juli 1920 ein Aktionsbündnis mehrerer pazifistischer Organisationen unter dem Motto "Nie wieder Krieg". Nahmen an der ersten Kundgebung in Berlin rund 15.000 Menschen teil, so waren es ein Jahr später rund 500.000 Menschen im gesamten Deutschen Reich. Allein in Berlin demonstrierten 200.000 Menschen im Lustgarten.

Das Motto dieser Friedensbewegung spiegelt sich u.a. in der Schlusszeile von Kurt Tucholskys Gedicht "Drei Minuten Gehör" wider. Bis heute bekannt blieb es nicht zuletzt durch ein 1924 veröffentlichtes Plakat von Käthe Kollwitz. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs greifen die 39. Duisburger Akzente diese Forderung auf, versehen sie aber mit einem Fragezeichen. Angesichts des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkriegs und unter dem Eindruck zahlreicher aktueller Konflikte - z.B. in Syrien, Afghanistan, dem Jemen oder der Ukraine - wollen sie über Täter und Opfer diskutieren und nach den Chancen und Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens fragen. Zudem wollen sie die Widerspiegelung der Auseinandersetzung um Krieg und Frieden in Literatur, bildender Kunst, Theater, Film und anderen Künsten aufzeigen und die Entstehung neuer Arbeiten anregen. Das spartenübergreifende Kulturfestival "Duisburger Akzente" lädt freie Kulturschaffende dazu ein, eigene Projekte für die "Akzente 2018"zu entwickeln. Die Förderung wird ausschließlich für künstlerische und kulturelle Produktionen gewährt, die im Akzente-Zeitraum zwischen dem 3. und 18. März 2018 präsentiert werden. Die Produktionen müssen öffentlich zugänglich sein. Gefördert werden Produktionen, die vorwiegend über das traditionelle Kulturangebot hinaus durchgeführt werden oder auf Grund ihrer künstlerischen Eigenart im besonderen öffentlichen Interesse liegen.

Weitere Infos www.duisburger-akzente.de

(pk)
 
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