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Duisburg
Minister Dobrindt rechnet wegen A40-Brücke mit Klagen

Alexander Dobrindt: Verkehrsminister rechnet wegen A40-Brücke mit Klagen
So soll die neue Brücke aussehen, wenn sie fertig ist. Bis dahin wird es aber noch einige Jahre dauern. FOTO: Keipke Architekten
Duisburg. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt war zum Ortsbesuch an der A40-Rheinbrücke zwischen Neuenkamp und Homberg, um sich über die Instandhaltung und den geplanten Neubau zu informieren. Von Tim Harpers

Tag für Tag quälen sich mehr als 100.000 Autofahrer über die A40-Brücke zwischen Neuenkamp und Homberg. Die Bauarbeiten sorgen immer wieder für lange Staus und kosten die Pendler jede Menge Nerven. Gestern Abend hat sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zur Hauptverkehrszeit persönlich über die Situation vor Ort, die Instandhaltungsarbeiten und die Pläne für den Brückenneubau schlaugemacht.

Dobrindt betonte dabei die große Bedeutung der Rheinquerung für die Region: "Wir wissen um die wichtige Rolle, die diese Brücke für die Menschen im Ruhrgebiet und am Niederrhein spielt", sagte er. "Deshalb hat das Verkehrsministerium die Arbeiten hier auch schon seit längerem im Auge." Allen Verantwortlichen sei klar, dass es sich bei dem Neubau mit seinem eng gefassten Zeitplan um ein ambitioniertes Vorhaben handele. Er persönlich sei aber zuversichtlich, dass die Arbeiten pünktlich abgeschlossen werden könnten.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt machte sich persönlich ein Bild vom Zustand der Homberger Rheinbrücke. FOTO: reichwein

Im Jahr 2020 sollen die Baumaschinen für den Brückenneubau anrollen. Kann der angepeilte Zeitplan eingehalten werden, so wird der erste Teil der neuen Rheinquerung 2023 für den Verkehr freigegeben, der zweite folgt dann drei Jahre später. Verantwortlich für die Planungen ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft, kurz Deges, die neben dem Brückenneubau in NRW unter anderem den Lückenschluss der A44 zwischen Heiligenhaus und Ratingen verantwortet.

Die Deges will noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren beantragen. Zwei Jahre soll es dauern, bis zum Beispiel die Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen abgegeben haben, mögliche Beschwerden von Betroffenen - in welcher Form auch immer - erörtert wurden und die Bauarbeiten europaweit ausgeschrieben werden dürfen.

Dobrindt rechnet dabei mit Gegenwind. "Es wird sicherlich Klagen gegen den Brückenneubau geben", sagte der Minister bei seinem Besuch. "Es gibt heutzutage eigentlich keine Baumaßnahme dieser Größenordnung mehr, gegen die nicht geklagt wird." Deshalb habe das Ministerium die Arbeiten in Duisburg auch als Beschleunigungsmaßnahme eingestuft. "Das soll verhindern, dass Rechtsstreitigkeiten das Verfahren ewig in die Länge ziehen können."

Der aktuelle Entwurf sieht einen Fahrbahn-Ausbau auf acht Spuren vor. Doch die neue Brücke wird nicht nur breiter sein, sondern auch höher und länger. Rund 800 Meter wird die Brücke künftig in der Länge messen, die Entfernung vom Brückenboden bis zur Spitze der acht neuen Pylone wird 73 Meter betragen, etwa 25 Meter mehr als heute. Der Neubau erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Bauphase von 2020 bis 2023 sollen zunächst der südliche Teil der neuen Brücke sowie die Fahrbahnen in Richtung Dortmund modernisiert werden. Während dieser Zeit läuft der Verkehr über vier Spuren über das alte Bauwerk.

Ist die erste Hälfte der Brücke fertig, soll in der zweiten Phase (bis 2026) die alte Brücke abgerissen werden. Parallel dazu ist geplant, den nördlichen Teil der neuen Brücke und die Fahrbahnen in Richtung Venlo zu errichten. Dabei wird der Verkehr über die bereits fertiggestellte Hälfte der Brücke geleitet.

Die jetzige Rheinbrücke wurde im Jahr 1970 freigegeben und war ursprünglich für eine Belastung von rund 30.000 Autos ausgelegt. Fünf Jahrzehnte später muss sie weg, unter anderem, weil die Belastung durch mehr als 100.000 Fahrzeuge die Stahlkonstruktion nachhaltig beschädigt hat.

Quelle: RP
 
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