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Duisburg
Alexandra von der Weths Barock-Comeback

Duisburg. Erstmals veranstalteten die Duisburger Philharmoniker jetzt in Kooperation mit dem Lions-Hilfswerk Duisburg-Mercator e.V. ein "Barockkonzert im Lichterschein" im ausverkauften Opernfoyer im Theater. Auf der Bühne standen vier Leuchter mit elektrischen Kerzen, den Weinverkauf in der Pause und danach machten die Lions zu Gunsten des Vereins "Pro Kids". Von Ingo Hoddick

Es spielte ein Barockensemble der Duisburger Philharmoniker aus Stephan Dreizehnter (Flöte), Tonio Schibel und Matthias Bruns (Violine), Mathias Feger (Viola), Fulbert Slencka (Violoncello) und Francesco Savignano (Kontrabass) plus Wolfgang Kostujak (Cembalo) und Michael Dücker (Theorbe). Sie fuchsten sich soweit in die historisch informierte Aufführungspraxis, wie das auf modernen Instrumenten möglich ist, unaufdringlich belebt. Das zeigte sich gleich in der bekannten und kongenial erfassten Ouvertüre (Suite) Nr. 2 h-Moll für Flöte, Streicher und Basso continuo BWV 1067 von Johann Sebastian Bach. Aber auch der kernigere venezianische Stil von Antonio Vivaldi wurde gut erfasst, mit dem Konzert für Streicher und Basso continuo g-Moll RV 153 (bei dem überflüssiger Weise der Flötist die Stimme der ersten Violine verstärkte) und das Konzert c-Moll für Flöte und Violine RV 509 (es sah ursprünglich zwei Soloviolinen vor, ist jedoch häufig mit Flöte und Violine zu hören, damit sich die beiden Soloinstrumente mehr voneinander abheben - ähnlich hatte Bach die Solopartie seiner zweiten Ouvertüre von ursprünglich Violine auf Flöte umgeschrieben).

Ein besonderer Pluspunkt des Abends waren die treffenden, schön formulierten und auch mal trocken humorigen Moderationen von Tonio Schibel. Zum Beispiel zitierte er eine Stilblüte aus einem Schulaufsatz: "Georg Friedrich Händel war halb Deutscher, halb Italiener und halb Engländer. Er war sehr groß."

Besonders bejubelt wurde das Barock-Comeback der Sopranistin Alexandra von der Weth. Sie sang zwischendurch drei leidenschaftliche Arien aus jenen Händel-Opern, mit denen sie vor einigen Jahren an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg Furore gemacht hatte, nämlich "Alcina" und "Giulio Cesare in Egitto". Immer noch (oder wieder) ist ihre zugleich leichte und intensive Stimme bestens geeignet dafür. Zunächst wirkte sie etwas nervös und angespannt, taute dann aber immer mehr auf. Am Ende war das fast überdreht, so bei der Ansage ihrer Zugabe, dem abschließenden "Alleluja" aus "Exultate, jubilate" KV 165 von Wolfgang Amadeus Mozart: "Einen hamwer noch. One for the road!"

Quelle: RP
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