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Duisburg
Alternativer Zug zum Hafenjubiläum

Duisburg: Alternativer Zug zum Hafenjubiläum
Michael Jansen, Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval und Ex-Prinz, ist eigentlich eine Frohnatur. Als der Rosenmontagszug abgesagt wurde, war auch er traurig. FOTO: Andreas PRobst
Duisburg. Die Verantwortlichen wollen aber nun erst einmal das Thema Karneval aus dem Kopf kriegen. Von Julia Zuew

Die Trauer vom Rosenmontag steckt den Narren immer noch in den Knochen: "Es flossen viele Tränen", bekennt Michael Jansen, Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK). Prinz Michael I. bemüht sich, jetzt erstmal in den Alltag zurückzukehren: "Ich versuche, Karneval erst einmal aus meinem Kopf zu kriegen." Erhobenen Hauptes hatte er Rosenmontag beim Prinzenfrühstück im Rathaus tapfer gegen die Tränen angekämpft an. Wie tief ihn die Zugabsage getroffen hatte, war ihm da kaum anzumerken. Doch etliche Zeugen beobachteten ihn, als er vor dem Rathaus vorfuhr. Und da sollen ihm die tränen in den Augen gestanden haben.

"Wir machen jetzt zunächst zwei oder drei Tage Pause", so Michael Jansen. "Dann setzen wir uns alle zusammen und schauen, was wir weiter tun werden." Vom Karneval "runterkommen" will auch der Prinz: "Ich bin froh, wenn ich wieder auf meiner Dienststelle (bei der Polizei. Anm. d. Red,) sitze und arbeite", sagt er. Die Enttäuschung sei nach wie vor noch groß. "Aber es ist ja nicht nur mein Zug, sondern auch der aller Karnevalisten", sagt er. "Und Sicherheit geht nun mal vor."

Einen alternativen Zug-Termin gibt es zwar noch nicht, wohl aber erste Ideen. Jansen: "Einen zweiten Rosenmontagszug kann es sowieso nicht geben, das gibt's nur einmal im Jahr." Ein möglicher Ansatz wäre es, eine alternative, ganz andere Veranstaltung zu planen. Entweder das Original, oder lieber gar keinen Zug - was sagt der Prinz? "Ein Ersatzzug wäre schon besser, auch wenn es nicht der Rosenmontagszug ist", sagt Michael I.. "Das ist aber die Sache des HDK."

Er könne sich aber gut vorstellen, das 300-jährige Hafenjubiläum zum Motto eines alternativen Zuges zu machen, falls einer zustande käme. "Unsere Prunkwagen haben zum größten Teil das Hafenjubiläum zum Thema genommen", berichtet der Prinz. Also kein Rosenmontagszug, aber vielleicht Kamelle zu Ehren des Hafengeburtstags. Ein Ergebnis bleibt noch abzuwarten - viele Karnevalisten halten ihre Kamelle allerdings noch parat.

Gut vorbereitet war auch die Polizei auf den Rosenmontag. Für den geplanten Zug war zusätzliches Personal in Bereitschaft. Einige Kollegen durften aber nach der Absage wieder nach Hause. Es blieb ruhig für die Beamten am Rosenmontag: "Menschenmassen bringen eine ganz andere Situation mit sich", so Joachim Wawrzeniewski, Sprecher der Polizei Duisburg. "Am Montag blieben die Menschen aus - dadurch war es sehr ruhig."

Wenn am Huckinger Steinhof dennoch ein Polizei-Mannschaftswagen hin und wieder seine Runden drehte, dann ohne begründeten Anlass. Schlägereien zwischen Betrunkenen, verlorene Kinder oder massenhaft Jugendliche, die zu tief ins Glas geschaut haben - all dies blieb diesmal am Rosenmontag der Polizei in der Innenstadt erspart.

"Das Leben geht ja weiter, auch wenn es immer noch wehtut", sagt der Prinz. Und Spaß beim Karnevalstreiben im Steinhof habe es in jedem Fall gegeben, trotz der vergossenen Tränen. Prinz Michael I. schaut dann mit etwas Abstand auch ganz optimistisch in die Zukunft: "Es wird nicht mein erster und auch nicht mein letzter Karnevalszug gewesen sein."

Quelle: RP
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