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Fortschritt in Stadtentwicklung
Am 24. Mai erster Spatenstich in Wedau

Fortschritt in Stadtentwicklung: Am 24. Mai erster Spatenstich in Wedau
Auf dem ehemaligen Bahngelände in Wedau soll ein neuer Stadtteil entstehen. Die GEBAG ist mit ihren Plänen für die Flächenentwicklung schon sehr weit fortgeschritten. Im Mai sollen die ersten Bagger rollen. Die Bodenuntersuchungen sind abgeschlossen. FOTO: Reichwein
Duisburg. In zwei groß angelegte Stadtentwicklungsprojekte kommt jetzt etwas Bewegung. Schon im Mai beginnen vorbereitende Bodenarbeiten für "6-Seen-Wedau". Auch in Sachen Mercatorquartier gibt es Neuigkeiten. Von Hildegard Chudobba

Das Jahr 2019 verspricht, für Duisburgs Stadtentwicklung ein besonders spannendes zu werden. Wenn nur im Ansatz alleine die Projekte auf die Schiene gesetzt werden, die die städtische Baugesellschaft GEBAG vorantreibt, drehen sich dann gut sichtbar an vielen Stellen die Kräne.

Unter anderem in der Innenstadt: Gegenüber vom Rathaus liegt bekanntlich das Grundstück für das Mercatorquartier. Vielleicht haben die Karnevalisten in 2019 noch Glück und können hier wie in den Vorjahren ihr Festzelt aufbauen. Doch das könnte knapp werden. Denn Anfang bis Mitte 2019 soll das Areal erschlossen werden, damit hier ein neue Wohnquartier gebaut werden kann.

Die GEBAG plant bei der Entwicklung des Mercatorviertels nun nur noch mit drei Großinvestoren. FOTO: GEBAG

Zur Erschließung gehört zum Beispiel, im Boden Versorgungsleitungen zu verlegen. Entlang der Gutenbergstraße wird das nicht nötig sein, denn dort standen bekanntlich früher Schulgebäude, die "am Netz" hingen. An anderer Stelle auf dem Areal fehlen sie allerdings komplett.

Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der Gebag, hat bereits mit drei großen Investoren Vorverträge abgeschlossen, die gegenüber vom Rathaus schöne Pläne Wirklichkeit werden lassen wollen. Einer will an der Seite zum Rathaus ein hochwertiges Hotel errichten, die Rede ist von einem mit fünf Sternen. Ein solches Haus gibt es in Duisburg noch nicht.

Die beiden anderen Investoren werden rund 300 Mietwohnungen bauen und sich dabei an den ursprünglichen Entwürfen von sogenannten Stadthäusern (Gebäude mit zwei oder drei Etagen und einem hohen Spitzdach) orientieren. "Mit einzelnen Privatinvestoren wäre das so nicht zu bewerkstelligen gewesen", sagt Wortmeyer.

Wer seine private Eigentumswohnung baut, der wolle meist auch eine eigene Garage direkt daneben oder einen Einstellplatz in einer Tiefgargage mit direktem Zugang zur Wohnung. Wegen der Bodendenkmäler an dieser stadthistorischen Stelle lasse sich das aber nicht umsetzen.

Geplant ist nun eine größere Tiefgarage auf "unverdächtigem" Boden, von wo aus die Bewohner dann ein paar Meter zu ihren Häusern laufen müssen. Was die Archäologen noch alles auf dem Gelände finden, steht noch nicht fest und auch nicht, in welcher Form diese Funde für die Nachwelt erhalten werden sollen.

Ganz preiswert wird das Wohnen am Rathaus nicht werden. Auch wenn der GEBAG-Chef keine Preise nennt, so betont er aber, dass dort "höchstwertige" Mietwohnungen entstehen sollen. Wohlgemerkt höchstwertig nach Duisburger Maßstäben, Preise aus Nachbarkommunen werden dabei nicht zugrunde gelegt. Die Kaufverträge mit den beiden Großinvestoren für die Mietwohnungen werden aller Voraussicht nach nach der Sommerpause unterschrieben.

Sehr viel größer dimensioniert ist bekanntlich die Entwicklung am Masurensee auf dem ehemaligen Grund und Boden des Rangierbahnhofs. In Wedau entsteht ein neues Wohnviertel, das für NRW Signalcharakter hat. Zusammen mit der Bahnentwicklungsgesellschaft BEG und dem Land wird die Gebag das 70 Hektar großes Areal südlich der Wedauer Brücke erschließen.

"Wir wissen inzwischen, dass der Boden unbelastet ist, was uns unsere Arbeit erheblich erleichtert", so Wortmeyer. Am 24. Mai wird es hier mit einem ersten Spatenstich den offiziellen Startschuss geben, vorerst allerdings nur für die Erdarbeiten. Dazu gehört vorrangig, einen Lärmschutzwall aufzuschütten. Denn bevor der nicht vorhanden ist, ist an Hausbau nicht zu denken. Noch in diesem Jahr soll der Kleingartenverein auf dem Areal auf ein Grundstück weiter südlich verlagert werden. Der Sportverein wird wie berichtet nicht umziehen.

Anfang bis Mitte kommenden Jahres rechnet Wortmeyer mit dem Satzungsbeschuss, der den Weg für weitere Aktivitäten frei macht. Vor dem Hintergrund, dass über die Bebauung des 70 Hektar großen Areals gerade mal seit zwei Jahren ernsthaft debattiert wird, ist das ein sehr, sehr früher Zeitpunkt, "den wir auch nur halten können, weil wir als Projektentwickler zum Beispiel auf die städtebauliche Qualität der Entwürfe selber achten", so Wortmeyre. Weil er auch weiterhin vor hat, Vollgas zu geben, werden wohl Ende 2020/Anfang 2021 die ersten "wirklichen" Bautätigkeiten am Masurensee zu sehen sein.

Das große Interesse an diesem Areal beschränkte sich längst nicht mehr auf die Stadt. Sondern Wedau-Neu wird wohl auch dank vieler Düsseldorfer wachsen, die in der Landeshauptstadt kein geeignetes Bauland oder Eigenheim finden können. "Doch es darf kein Zweifel aufkommen. Wir bauen nicht für Düsseldorf", so Wortmeyer. Der Fokus liege eindeutig auf Duisburg. Die Chancen, die Stadt mit diesem Projekt weit nach vorne zu bringen, seien in den nächsten Jahren unter anderem wegen der niedrigen Zinsen "wirklich sehr, sehr gut", ist der GEBAG-Chef überzeugt.

Dass er und seine 160 Mitarbeiter, die vor allem das Kerngeschäft der GEBAG bearbeiten, nämlich den Wohnungsbau, sich mit der Projetkentwicklung in Wedau zu viel aufladen, befürchtet Wortmeyer nicht. "Wir schaffen das. Wir übernehmen nur die Aufgaben, die wir auch bewältigen können." Er hält es zudem für denkbar, dass die Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren wachse. Denn die inzwischen wieder gute wirtschaftliche Situation des Unternehmens lasse dies durchaus zu.

Quelle: RP
 
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