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Duisburg
An der Grenze der Leistungsfähigkeit

Duisburg: An der Grenze der Leistungsfähigkeit
Auf unseren Straßen drohen Endlos-Staus. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die IHK hat untersuchen lassen, wie aufnahmefähig unsere Straßen noch sind beziehungsweise in einigen Jahren sein werden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es drohen Endlosstaus. Von Hildegard Chudobba

Duisburg nimmt in NRW als Logistikdrehscheibe einen Spitzenplatz ein. Schon daher hat die IHK großes Interesse daran, dass diese starke Position nicht durch Endlos-Staus auf den Autobahnen in und rund um unsere Stadt, verursacht zum Beispiel durch Brückensperrungen oder -sanierungen, gefährdet wird. Zusammen mit den Ruhrgebietskammern hat sie ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Titel trägt: "Stresstest Straße - Wie leistungsfähig sind die Straßen im Ruhrgebiet?". Gestern wurden die Ergebnisse vorgestellt. In der Untersuchung ist zu lesen: Auf dem Gebiet der Stadt Duisburg drohten im Jahr 2030 täglich über 2600 Fahrzeugstunden im Stau - sofern die Infrastruktur nicht spürbar ausgebaut werde. Fahrzeugstunden bedeutet, wie viele Fahrzeuge stündlich länger auf dem jeweiligen Abschnitt unterwegs sein werden.

Vor allem unsere Stadtautobahn, die A 59, weise in einzelnen Abschnitten, speziell da, wo die Stadtautobahn von sechs auf vier Spuren zusammenläuft, mit einer Überlastung von mehr als 150 Prozent deutliche Defizite auf.

Vor diesem Hintergrund begrüßte Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK, die Aufnahme vieler Straßenbauprojekte der Region in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Allerdings gibt es aus seiner Sicht auch noch Nachbesserungsbedarf. "Der vierspurige, kreuzungsfreie Ausbau der A 524/B 288 bis zur A 57 in Krefeld ist mit der Einstufung in den sogenannten Weiteren Bedarf auf die lange Bank geschoben worden", kritisiert er. Diese neue Autobahn sei aber als Entlastungsstrecke (für die A 40) von großer Bedeutung). Vor allem dann, wenn in einigen Jahren mit dem Bau der A 40-Rheinbrücke begonnen werde, gewinne diese Verbindung an Bedeutung, so Kortenjann.

FOTO: Hendrik Grzebatzki

Der Stresstest verdeutlich, dass mögliche Ausfälle durch Brückensperrungen oder Baumaßnahmen erhebliche Auswirkungen im gesamten Ruhrgebiet haben - aber auch auf städtischem Gebiet. "Wir haben bei der Sperrung der Brücke Duisburg-Neuenkamp bereits gesehen, dass sich die Verkehre überörtlich verlagern und auch die ohnehin belasteten kommunalen Straßen deutlich mehr Verkehre aufnehmen müssen", so Kortenjann. Mit dem Stresstest habe man untersuchen lassen, was passiert, wenn es zu Sperrungen im Kreuz Kaiserberg kommt.

Auch hier gibt es sanierungsbedürftige Brückenbauwerke (vor allem das der A 3 über die A 40). Eine Sperrung der A 3 im Autobahnkreuz führt, so die Studie, in Duisburg zu einer besonders hohen Zunahme der Fahrzeiten um mehr als 5000 Fahrzeugstunden täglich. Insgesamt würden im Gesamtnetz des Ruhrgebiets Fahrzeitverluste von 61.000 Fahrzeugstunden täglich entstehen.

Kommt es im Kreuz Kaiserberg zu (Brücken-)Baustellen, dann verlängert dies laut der Studie die durchschnittliche Fahrtzeit zwischen Duisburg und Gladbeck um 19 Minuten, die zwischen Ratingen und Oberhausen um 27 Minuten.

"Eine solche Entwicklung belastet Unternehmen, Pendler und Kunden. Daher werden eine noch bessere Koordination der verantwortlichen Baulastträger, ein optimiertes Planungsmanagement und eine frühzeitige Kommunikation immer unverzichtbarer", betont IHK-Verkehrsexperte Kortenjann.

Quelle: RP
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